Kassenobligationen: Diese Banken zahlen am meisten Zins

saldo 02/2014 vom

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Kassenobligationen sind für sicherheitsbewusste Anleger eine Alternative zum Sparkonto. Die saldo-Stichprobe zeigt: Die Zins­unter­schiede zwischen den Banken sind recht gross.

Für Geld auf Sparkonten zahlen Credit Suisse, UBS, Valiant und Zürcher Kantonalbank zurzeit mickrige 0,1 Prozent Zins pro Jahr. Wer sein Erspartes fünf Jahre in Form von Kassenobligationen bei der Cembra Money Bank anlegt, erhält fünfzehn Mal mehr: 1,5 Prozent pro Jahr.

Kassenobligationen sind Darlehen an Banken mit festen Laufzeiten zwischen zwei und acht Jahren zu ­einem fixen Zins. Die Zinszahlungen erfolgen jährlich. Die Sicherheit ist gleich wie bei Sparkonten: Die Rückzahlung des Kapitals ist bis 100 000 Franken pro Kunde und Bank garantiert. Benötigt man das Geld vor Ende der Laufzeit, kann man die Wertschriften nur der Bank zurückgeben, wenn diese einem frühzeitigen Vertragsausstieg zustimmt. Je nach Art der Kundenbeziehung sind die Banken mehr oder weniger kulant.

Welche Banken zahlen die höchsten Zinsen für ihre Kassenobligationen und verzichten auf Depotgebühren? saldo hat Kosten und Erträge von Bankdarlehen mit einer Laufzeit von zwei, fünf und acht Jahren verglichen. Die Stichprobe umfasst ein Dutzend Banken und berücksichtigt die Zinsen von Kassenobligationen, die in den Jahren 2011, 2012 und 2013 herausgegeben wurden. Die Zinsen wurden jeweils sechs Mal pro Jahr erhoben.

Zwei Jahre Laufzeit: Maximaler Zins liegt bei 0,82 Prozent 

Resultat: Bei Obligationen mit zweijähriger Laufzeit liegt die Cembra Money Bank an der Spitze. Sie zahlte während der letzten drei Jahre einen Durchschnittszins von 0,82 Prozent. An zweiter Stelle folgt die WIR Bank mit 0,81 Prozent, vor der Bank Gantrisch Genossenschaft in Schwarzenburg BE mit 0,63 Prozent. Zum Vergleich: Wer zweijährige Kassenobligationen bei der UBS oder der Valiant Bank kaufte, musste sich im Schnitt mit 0,33 Prozent Zins begnügen. 

Depotgebühren schmälern den Zinsertrag

Bei den fünfjährigen Laufzeiten zahlte die Cembra Money Bank im Durchschnitt über die letzten drei Jahre mit 1,53 Prozent ebenfalls am meisten. Aktuell zahlt die UBS für eine fünfjährige Kassenobligation einen Jahreszins von 0,5 Prozent, die Cembra Money Bank 1,5 Prozent. Das rechnet sich: Bei Kassenobligationen in der Höhe von 50 000 Franken erhalten Cembra-Anleger bei fünfjähriger Laufzeit total 3750 Franken Zinsen. Bei der UBS wären es nur 1250 Franken. Dazu kommt: Die UBS verlangt pro Jahr 0,15 Prozent der Darlehenssumme als Depotgebühren. Das ergibt in fünf Jahren Spesen von 375 Franken. Bei Cembra ist die Depotführung gratis. 

Bei den Kassenobligationen mit einer Laufzeit von acht Jahren war die Bank Gantrisch der Spitzenreiter (1,71 Prozent). Cembra Money Bank hat seit November 2013 neu ebenfalls achtjährige Kassenobligationen im Angebot. Die Bank zahlt für Beträge bis 250 000 Franken 2 Prozent Zins im Jahr. Mehr gibt es aktuell bei keiner anderen Bank. 

Wichtig: Steigen die zurzeit tiefen Zinsen in den nächsten Jahren an, können Besitzer von Kassenobligationen nicht vor Ende der Laufzeit auf höherverzinsliche Sparanlagen umsatteln. Deshalb sind Laufzeiten von über fünf Jahren eher nicht zu empfehlen.

Tipps: Darauf sollten Sie achten

  • Kosten: Prüfen Sie, ob Spesen für Depotführung und dazugehöriges Sparkonto (für Zinsgutschriften) anfallen. Diese Banken aus der Stichprobe erheben keine Depotgebühr: Cembra Money Bank, WIR Bank, Bank Gantrisch, Banca Po­polare di Sondrio, Bezirks-Sparkasse Dielsdorf, Bank Coop. Raiffeisen bietet Kassenobligationen in der Form von Termingeld ebenfalls ohne Depogebühren an. Credit Suisse etwa verlangt 0,3 Prozent der Anlagesumme pro Jahr (mindestens 60 Franken jährlich). Zudem: Beachten Sie beim künftigen Auszahlungskonto allfällige Rückzugsbeschränkungen.
  • Zins: Aktuelle Zinsen siehe www.saldo.ch.
  • Verrechnungssteuer: Auf den Zinserträgen fallen 35 Prozent Verrechnungssteuer an. Eine Freigrenze wie bei Sparkonten gibt es nicht. Die Verrechnungssteuer wird nach Angabe der Erträge in der Steuer­erklärung zurückerstattet.
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