Kaffeemaschine für das Personal: Je nach Vermieter bis 10 000 Franken Sparpotenzial

K-Geld 02/2012 vom

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Der Kauf einer Kaffeemaschine ist für Unternehmen deutlich günstiger als die Miete. Das zeigt ein Vergleich von K-Geld. Aber auch bei Mietgeräten kann man viel Geld sparen.

Der Kaffeemaschinen-Anbieter Esperanza in Vaudens FR wirbt im Internet für die Vorteile einer Ge­rätemiete: «Die Langzeitmiete von Kaffeemaschinen stellt für Firmen, Büros, Vereinslokale, Imbissstuben, Kantinen, Sportklubs usw. die wirtschaftlich beste Lösung dar.»

Stimmt das wirklich? Um diese Frage zu beantworten, hat K-Geld im Namen ­eines fiktiven Unternehmens mit 50 Mitarbeitern mit Sitz in Zürich Offerten ­eingeholt. Betriebe ab dieser Grösse setzen gemäss ­einem Branchenkenner am häufigsten auf Mietsysteme. Kleinunternehmen mit weniger Angestellten entscheiden sich hingegen in der Regel für einen Kauf.

Die Annahmen: Jeder Mitarbeiter trinkt pro Arbeitstag im Durchschnitt 1,5 Tassen Kaffee. Im offerierten Preis mussten enthalten sein: Kaffeelieferungen, Reinigungs- und Entkalkungsmittel sowie Service und Reparaturen.

Vier Vermieter von Kaffeemaschinen haben Angebote eingereicht: Cecchetto Import aus Bülach ZH, Kaffeecenter aus Buchs SG, Les Cafés Esperanza aus Vaudens FR und MSC Morger aus St. Gallen. Zum Vergleich berechnete K-Geld mit denselben Vorgaben die Variante Kauf für die zur Miete angebotenen Kaffeemaschinen (siehe Tabellen).


Jura-Maschine: Miete kostet mehr als Kauf

Vergleicht man die jährlich anfallenden Mietkosten mit der Variante Kauf, fällt auf: Der Erwerb ist – zumindest bei den Jura-Maschinen – deutlich günstiger. Pro Jahr spart das Unternehmen mit einer Jura-Maschine rund 5300 Franken. Gerechnet wurde dabei mit Preisen für den Kaffee der Marke Illy. Er hat bei der deutschen Stiftung Warentest mit der Note «sehr gut» abgeschnitten. K-Geld ist zudem davon ausgegangen, dass die Firma die Maschine innert üblichen drei Jahren abschreibt. Die Reinigung der gekauften Maschine ist in der Servicepauschale ­enthalten.

Bei der Lavazza-Maschine LB 2300 zeigt sich ein gegenteiliges Bild: Wer das Gerät bei Cecchetto Import mietet, fährt pro Jahr rund 1850 Franken günstiger als beim Kauf. Grund: Die Lavazza-Kapseln kosten in der Mietoption beim Importeur nur 42 Rappen – bei der Vertretung D’Agostini in der Kaufvariante hingegen 51 Rappen. Der Ausweg: Wer die Kapseln via deutschen Online-Shop kauft, zahlt umgerechnet nur 31 Rappen pro Tasse – weniger als beim Schweizer Generalimporteur Cecchetto. So ist dann auch die Variante Kauf beim Kapsel­system deutlich günstiger als eine Miete – das Unternehmen zahlt mit deutschen Kapseln rund 2000 Franken pro Jahr weniger als beim Vermieter Ce­c­chetto.

Der Haken: Deutsche Onlineshops liefern die günstigen Kapseln oft nicht in die Schweiz. Unternehmen können die Kapseln aber über eine deutsche Lieferadresse liefern lassen wie zum Beispiel: www.lieferadresse-konstanz.de.

Ein 5-Kilo-Paket kostet zum Beispiel Fr. 3.50 bis Fr. 7.70. Die Pakete kann man im grenznahen Konstanz abholen und importieren. Das ist zwar aufwendig, rechnet sich dank deutlich günstiger Kapseln aber trotzdem.


Mietangebote mit grossen Preisdifferenzen

Vergleicht man nur die vier Mietangebote miteinander, fällt auf: Der Lavazza-Importeur Cecchetto ist im Vergleich zu MSC Morger rund 10 500 Franken günstiger. Cecchetto hat als einziger Vermieter ein Kapselsystem offeriert. Die anderen Anbieter von Mietmaschinen setzen alle auf ihre eigenen Bohnenmischungen sowie auf die deutlich teurere Kaffeemaschine Impressa X9 von Jura.

Unter den drei Jura-Vermietern schneidet das Westschweizer Unternehmen Esperanza am besten ab. Für 13 650 Franken pro Jahr bekommt ein Unternehmen dort gleich zwei Maschinen ins Büro gestellt. Beim Buchser Kaffeecenter gibt es zum selben Preis nur eine Maschine.

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