Herbstliches Recycling

Haus & Garten 03/2010 vom

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Das Laub von Bäumen ist kein Abfall, sondern enthält wichtige Nährstoffe. Es lässt sich gehäckselt hervorragend kompostieren. Aber auch für andere Zwecke ist das Laub bestens geeignet.

Wenn sich im Herbst die Blätter bunt färben, ist dies zwar ein schöner Anblick – doch das Laub, das nach den ersten kalten Nächten in Massen zu Boden fällt, bedeutet meist eine arbeitsreiche Zeit. Um in der Verbrennungsanlage entsorgt zu werden, ist das Laub jedoch viel zu schade.

«Die Blätter enthalten wichtige Nährstoffe, die dem mikrobiologischen Kreislauf unbedingt wieder zugeführt werden sollten», sagt Martin Sonderegger von der Stadtgärtnerei Basel. Denn nach dem Blattfall werden die Nährstoffe von Bakterien und Pilzen im Boden aufgenommen und zersetzt. Das Blattgrün beispielsweise wird durch diesen Prozess für Pflanzen wieder verfügbar. Laub kann deshalb im Garten vielfältig genutzt werden.

  • Rasen: Vereinzelte Blätter auf der Rasenfläche kann man liegen lassen. «Wenn das Laub jedoch eine dicke Schicht bildet, ersticken die Gräser darunter», weiss Christian Jordi, Kompostberater der Stadt Bern. Wem das Zusammenrechen des Laubs auf dem Rasen von Hand zu mühsam ist, der verbindet zwei Arbeitsgänge miteinander und stellt und beim Rasenmähen einfach den Mähbalken hoch ein.

    Die Blätter werden kleingehäckselt und landen mit dem Gras im Fangkorb. Danach kann das Laub kompostiert werden. Man kann gehäckselte Blätter auch auf der Wiese liegen lassen. Sie sind bis zum Frühjahr gut verrottet und wirken schon bald als natürlicher Dünger. Ansonsten empfiehlt sich kaliumhaltiger Dünger für den Rasen.
  • Kompost: In der Regel verrotten feinlaubige oder gehäckselte Blätter rascher als grobe. Die Zugabe von Steinmehl ist  sinnvoll, um Mineralien zuzuführen. Frisches, noch feuchtes Laub sollte mit einem Drittel Häckselgut gemischt werden. Dadurch wird verhindert, dass das Grüngut verpappt und zu schwer wird. Mit dem zusammengerechten Laub gelangen zusätzlich Wurzelpilze in den Kompost, die später den Pflanzen sehr förderlich sind.
  • Mulch: Überall dort, wo eine schützende Abdeckung willkommen ist, kann man das Laub liegen lassen. Die Mulchschicht auf Beeten und zwischen Sträuchern und Bäumen darf bis zu 10 Zentimeter dick sein und kann mit der Gartenkralle leicht in den Boden eingearbeitet werden. Regenwürmer und andere nützliche Bodenlebewesen helfen bei dieser Flächenkompostierung. Einzig Walnussbaumblätter sollten Sie nicht als Mulch verwenden: Sie enthalten viele Gerbstoffe, können aber gemischt mit anderem Grüngut problemlos kompostiert werden.
  • Winterschutz für Kübelpflanzen: Wer im Haus keinen geeigneten Platz zum Überwintern von Oleander, Engelstrompeten oder Zitruspflanzen hat, kann die Südländer auch draussen überwintern. Eingepackt in ein Wintervlies werden die Zwischenräume mit trockenem Laub gefüllt, das eine hervorragende Isolierschicht bildet. Auch ausgepflanzte, besonders empfindliche Pflanzen wie Kamelien, winterharte Fuchsien, Pampasgras und Hanfpalmen sind froh um eine wärmende Laubdecke im Wurzelbereich.
  • Unterschlupf: Nicht nur der vielfältigen Nährstoffe wegen macht sich das Sammeln des Laubs bezahlt: Mit Astmaterial versehen und angehäuft dient es Kleinsäugern und Insekten als Unterschlupf im Winter. Gerade Igel und Eidechsen verbringen die kalte Jahreszeit gerne in Laubhaufen.



Mottfeuer im Garten sind verboten

Zum Kompostieren oder als Mulchschicht sind die Blätter aller Laubbäume geeignet. Eine Ausnahme bildet die weissblühende Rosskastanie, denn ihre Blätter sind meist von der Kastanien-Miniermotte befallen. Die Larven der letzten Generation überwintern im Herbstlaub und schlüpfen im Frühjahr. Um die Verbreitung des Schädlings zu stoppen, sollte das Laub der Kehrichtabfuhr mitgegeben werden und nicht im Kompost landen.

Wer jedoch Kehrichtsackgebühren sparen will und Laub selber im Garten verbrennt, macht sich strafbar. In Siedlungsgebieten ist das Verbrennen von Herbstlaub generell verboten. Auch auf dem Land darf Laub nur unter gewissen Bedingungen verbrannt werden: «Man darf es bloss im eigenen Garten verfeuern, wenn es ganz trocken ist und keine grosse Rauchentwicklung entsteht», sagt Rolf Kettler vom Bundesamt für Umwelt. Zudem seien die Nährstoffe der Gartenabfälle sowieso viel zu wertvoll, um sich in Luft aufzulösen.   


Fegen, rechen, saugen

Zahlreiche Gartengeräte helfen, gegen die herbstliche Blätterflut anzukommen:

  • Reisigbesen: Mit dem robusten, breiten Strassenbesen aus Reisig lassen sich gepflasterte oder geteerte Wege, Terrassen oder Auffahrten rasch fegen.
  • Metall- oder Plastikbesen: Für Rasenflächen eignen sich am besten Fächerbesen aus Metall oder Kunststoff, die leicht in der Hand liegen und Grasnarben sowie Gemüsebeete schonend wieder ans Sonnenlicht bringen. Wachsen viele Bäume und Sträucher eng nebeneinander, empfiehlt sich ein Metall-Fächerbesen mit verstellbarer Arbeitsbreite.

    Damit erreicht man auch das Laub, das zwischen grossen Pflanzen liegt. Für Kieswege bietet der Fachhandel Fächerbesen mit dünnen, runden Metallzinken an. Sie durchkämmen die dünne Kiesschicht, ohne die Oberfläche dabei grob in Unordnung zu bringen.
  • Laubsauger und -bläser: Wer beim Beseitigen von Blättern technische Unterstützung wünscht, nimmt einen Laubsauger oder -bläser zur Hand. Diese Geräte haben zwar den Vorteil, dass das Laub schnell zu Haufen geblasen oder in einen angehängten Laubsack befördert wird. Die Geräte sind jedoch lärmig und saugen mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern neben dem Laub auch zahlreiche Kleinlebewesen ein.
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