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K-Tipp 19/2012 vom

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In kleinen Fachgeschäften und in Deutschland sind Skisets am günstigsten. Bei den Grossen im Sportmarkt sind die Preise oft identisch.

Ski und Bindung kauft man heute meist als Set. Der K-Tipp hat die Preise für 13 solche Skisets aus dem aktuellen Sortiment erhoben. In der Stichprobe wurden 25 Läden berücksichtigt – die grossen Ketten, Schweizer und deutsche Fachgeschäfte sowie Internetshops. Zudem wurden die Preise von drei Freeride-Ski ohne Bindung erhoben.


Fazit
: Kleine Fachhändler bieten mehrere Skisets günstiger an als die Grossen SportXX, Athleticum und Ochsner Sport. So kostet der Frauenski Atomic Cloud Nine mit einer XTE-10-Bindung bei SportXX 648 Franken. Beim Fachhändler Jet Sport in Rümlang ZH ist das Set 49 Franken günstiger. Im Preis inbegriffen ist zudem eine Diebstahlver­sicherung.  Und der Herrenski Atomic Redster Doubledeck SL kostet bei Sportshop Karrer in Laufen BL Fr. 130.– weniger als bei Ochsner Sport.

Bei 15 der 16 Angebote betrug die Differenz zwischen tiefstem und höchstem Preis über 100 Franken. Den grössten Preis­unterschied stellte der K-Tipp beim Herren-Skiset Atomic Redster fest: Bei Schertle Schmidt im deutschen Waldshut zahlt man dafür umgerechnet 885 Franken. Der Schweizer Onlinhändler Sportmania.ch verlangt für exakt das gleiche Set  1264 Franken.

Besonders günstig sind deutsche Sportfachgeschäfte. Der K-Tipp fand dort 13 Skisets, die auch in der Schweiz verkauft werden. Fazit: 12 waren teilweise erheblich günstiger. Beispiel Herrenski Atomic Smoke LT mit der Bindung J XTO 10 Grip: Im Sporthouse in Waldshut kostet das Set rund 330 Franken. Bei SportXX oder Athleticum zahlt man für dasselbe Set 539 Franken.

Weniger attraktiv sind dagegen ausländische Internetshops. Sie bieten die Bretter zwar sehr günstig an. Nach allen Gebühren und Zollkosten ist die Preisdifferenz zu den Schweizer Fachhändlern jedoch meist nur noch ­gering.

Für anspruchsvolle Free-Ride-Skifahrer sind aber auch Ski ohne Bindung ­erhältlich. Aus diesem Grund hat der K-Tipp auch die Preise von drei Freeride-Ski und drei Bindungen verglichen.  Fazit: In vielen deutschen Fachgeschäften sind diese Ski und Bindungen am günstigsten erhältlich.

Die Stichprobe macht also klar: Auch beim Skikauf zahlt sich Vergleichen aus – zumal die Preise nicht in Stein gemeisselt sind. SportXX etwa hat vier Preise von Skisets kurz nach der Preiserhebung des K-Tipp auf das Niveau von Ochsner Sport und Athleticum gesenkt.

Die drei «Grossen» im Sportmarkt fallen im Vergleich vor allem durch die oft gleichen Preise für identische Skisets auf. Sie dementieren gegenüber dem K-Tipp zwar, dass Absprachen stattfinden. Monika Weibel von der Migros, zu der SportXX, gehört, erklärt die Preisfestsetzung so: «Die Preise werden bei verschiedenen Anbietern verglichen und wo nötig angepasst.»

Diesen Beteuerungen mag man bei der Wettbewerbskommission (Weko) aber nicht so recht glauben. Patrick Ducrey, stellvertretender Direktor der Weko, sagt: «Dass sich eine Preisgleichheit bereits ­Anfang Saison ohne vorherige Koordination einstellen kann, ist merkwürdig.» Die Behörde will die An­gelegenheit nun mittels ­einer Marktbeobachtung abklären.

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