«Ersatz des Filters ist unnötig»

K-Tipp 13/2013 vom

von

Ein verstopfter Russpartikelfilter vermindert die Motorenleistung eines Dieselautos. Ein neuer Filter kostet aber sehr viel. Günstiger ist die Reinigung des Filters. Doch diesen Service bieten nur wenige Garagen an.

Dieselbetriebene Autos benötigen weniger Treibstoff als Benziner. Und mit einem Russpar­tikelfilter gelten sie als vergleichs­weise umweltfreundlich. Doch wer sein Dieselfahrzeug fast ausschliesslich für Kurzstrecken braucht, riskiert bald einmal eine Verstopfung des Filters. 600 Grad Celsius Hitze würde ihn vom angesammelten Russ befreien. Doch mit Kurz­streckenfahrten wird der Partikelfilter nie so heiss. 


Filter kostet mehrere Tausend Franken

Ist der Filter mit Russ und Asche belegt, sinkt die Leistung des Motors. Bereits nach etwa 20 000 gefahrenen Kilometern sind deshalb Massnahmen unumgänglich. Ein Ersatz des gesamten Filtersystems geht jedoch ins Geld: «Die reinen Materialkosten betragen je nach Marke und Modell 1100 bis knapp 3000 Franken», sagt Amag-Sprecher Markus Gamper. 

Das Problem eines verstopften Filters lässt sich auch mit günstigeren Methoden –  etwa einer Filterreinigung – beheben. Dabei muss man mit Kosten ab 300 Franken rechnen. Die Varianten gehen von einer direkt in den Filter eingespritzten Flüssigkeit bis hin zur Reinigung in speziellen Brennöfen. 

Eine Stichprobe des K-Tipp zeigt: Im Vergleich zu Deutschland bieten in der Schweiz nur wenige Garagen diesen Reinigungsservice an. Standorte in der Schweiz findet man unter www.liqui-moly.ch/Service/Garagen­konzept by Rhiag.

«Ersatz und Reinigung des Filters sind eigentlich unnötig», sagt Reinhard Kolke, Leiter Test und Technik beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC). Denn bei richtiger Bedienung stelle der Dieselpartikelfilter auch bei Kurzstreckenfahrten kein Problem dar. Sein Tipp: «Kurzstreckenfahrer sollten regelmässig auch Fahrten auf Landstrassen oder Autobahnen absol­vieren. Das Auto erkennt dann automatisch, dass es den Regenerationszyklus mit Abgastemperaturen über 600 °C einleiten kann. Dabei brennt der Russ rückstandsfrei ab», so Kolke. 

Sobald der Filter eine Reinigungsfahrt benötigt, meldet sich die Autoelektronik. In der Regel leuchtet ein entsprechendes Lämpchen auf. Kolke weist aber darauf hin, dass nach 120 000 bis 160 000 gefahrenen Kilometern die Menge zurückbleibender Asche zu gross werden könne. Dann müsse der Filter unter Umständen ausgetauscht oder durch Ausbrennen gereinigt werden.


tipps: Ab und zu hochtourig fahren

  • Kurzstreckenfahrer, die hauptsächlich in der Stadt unterwegs sind, sollten laut TCS eher einen «Benziner» wählen. 
  • Die Warnhinweise der Autoelektronik beachten. Ein aufleuchtendes Lämpchen zeigt an, wann es Zeit für eine Reinigungsfahrt ist. 
  • Auch als Kurzstreckenfahrer immer wieder Reinigungsfahrten mit erhöhter Drehzahl durchführen.
  • Beim Ölwechsel aschearmes Motorenöl verwenden. Zu erkennen ist dies an der Bezeichnung «Low-Saps» auf der Rückseite des Behälters. Dadurch wird der Ascheanteil bei der Verbrennung reduziert und belastet den Filter weniger. Zudem verlängert es die Zeit zwischen den Wartungen. 
  • Ist der Filter verstopft: In der Garage nachfragen, ob eine Reinigung mittels Flüssigkeit oder im Brennofen angeboten wird, damit man den teuren Austausch verhindern kann.
0

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Artikel verwalten

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Weitere Artikel zum Thema

Elektroautos sind günstiger geworden

Den Schaden selber tragen?

Aktuelles Heft

Aktuelles Heft

Aktuelle Ratgeber

Pensionskassen

Bei den Pensionskassen versickern pro Jahr 4 bis 5 Milliarden Franken als Verwaltungskosten.

Schlüsselfundmarke

Aktuelle Tests

Roaming-Kosten

Seit dem 1. Januar 2009 haben Schweizer wegen überrissenen Handy-Gebühren im Ausland

zuviel bezahlt.

Reklamieren Sie hier

Reklamieren Sie hier

Unsere Handy-Apps

Testsieger App K-Tipp

Testsieger für Apple und Android

E-Nummern App

E-Nummern für Apple und Android

Budget Alarm App

Kostenloser Budget-Alarm für Apple und Android

Hochpreis

Aktuelle Merkblätter

Aktuelle Musterbriefe

Kostenloser Ratgeber für Menschen mit Behinderung