E-Books in Warteposition

saldo 20/2000 vom

Zeitschriften und Bücher in digitaler Form haben Zukunft - doch nicht in allen Bereichen und kaum mit der aktuellen Hard- und Software.

Die Idee ist einfach: Zeitschriften, Bücher oder Zeitungen werden als elektronische Dokumente auf dem Internet gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt. Interessierte laden sich diese Texte auf den PC runter und lesen sie auf einem speziellen Gerät, genannt E-Book.

Doch hier beginnen schon die Probleme: Das einzige zurzeit erhältliche E-Book - das Rocket E-Book - kann von der Schweiz aus nur über die deutsche Website Bol.de (www.ebook.bol.de) bestellt werden. Und das zum hohen Preis von 675 DM. Die Buchinhalte werden aus dem Netz heruntergeladen, auf dem PC gespeichert und zum Lesen ins Rocket E-Book gespeist. Das Gerät hat einen 18 000 Seiten umfassenden Speicher.

Im nächsten Jahr soll das Rocket E-Book von neuen Geräten abgelöst werden. REB 1100 und REB 1200 - in den USA bereits erhältlich - sollen direkt via Modem mit dem Lesestoffanbieter kommunizieren können. Das REB 1200 kostet jedoch noch stolze 700 US-Dollar - Tendenz sinkend.


Elektronischer Lesestoff ist stark verschlüsselt

Inhalte gibts teilweise gratis, hauptsächlich aber gegen Gebühr. Ein weiterer Haken: Der Lesestoff ist so verschlüsselt, dass er nur auf dem persönlichen Gerät lesbar ist.

Ein anderes Prinzip verfolgt Microsoft mit ihrer Reader-Software (www.micro soft.com/reader/). Diese kann gratis aus dem Netz heruntergeladen und plattformübergreifend auf PC, Laptop oder Handheld eingesetzt werden. Für diese Software codierte Bücher können also auf unterschiedlichen Geräten gelesen werden. Abzuklären ist vorgängig, ob die Reader-Software auf dem gewünschten Endgerät auch läuft. Für die Reader-Software von Microsoft sind einige Gratis-Lesetestangebote im Netz zu finden.

Ein vielseitiges Gerät ist der E-Bookman von Franklin (www.franklinnet.de/). Er soll noch dieses Jahr auf den Markt kommen und sowohl den eigenen Franklin-Reader wie auch die Microsoft-Reader-Software unterstützen. In der Grösse beschränkt wie ein PDA (Personal Digital Assistant), jedoch mit einem etwas besseren Display ausgerüstet, wird er einiges günstiger sein als jener.

Ausschlaggebend für den Erfolg der Geräte ist sicher die Breite des Lesesortiments, das Verlage und andere Anbieter in Zukunft zur Verfügung stellen. Die Hard- und Softwarehersteller bemühen sich deshalb um Lizenzverträge mit den grossen Verlagen. Diese fürchten jedoch um ihre Rechte und fordern hohe Sicherheiten. Als Folge davon können digitale Buchinhalte bisher weder ausgedruckt noch in ein Textdokument kopiert werden. Gerade dies wäre aber im Bereich der Fachliteratur, der das grösste Erfolgspotenzial für elektronisches Publizieren aufweist, sehr wünschenswert.

Alex Schmid
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