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saldo 12/2011 vom

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Die Dokumentation des Schweizer Fernsehens widmet sich Transplantationspatienten, die eine ungewisse Zukunft vor sich haben.


Das lange Warten auf ein Herz

Ob Lunge, Herz oder Niere – dank der modernen medizinischen Technik lassen sich viele Organe im Körper ersetzen. So zumindest die Theorie. In der Praxis fehlt es jedoch oft an Spendern. 2010 starben in der Schweiz 59 Menschen, weil man für sie kein Spender­organ fand.

Auf der Warteliste standen 1700 Patienten. Doch nur 98 Spender waren bereit, bei ihrem Tod Organe zur Verfügung zu stellen. Die Dokumentation «Warten auf das zweite Leben» der Schweizer Journalistin Belinda Sallin porträtiert Menschen, die auf ein solches Organ warten. Für sie alle ist es die letzte Rettung vor einem frühen Tod.

Die Entscheidung für eine Transplantation ist dennoch nicht leicht: Die 20-jährige Michaela Manser beispielsweise leidet an der Stoffwechselkrankheit Zystische Fibrose, die langsam ihre Lunge zerstört. Ihre statistische Lebenserwartung beträgt nur noch wenige Jahre.

Doch sie zögert, ob sie sich auf die Warteliste für eine Lungentransplantation setzen lassen soll. Denn niemand kann sagen, wie ihr Körper auf den Eingriff reagieren wird. Die 39-jährige Nicola Heyser hat sich bereits für eine Transplantation entschieden.

Die ehemalige Dressurreiterin ist wegen einer schweren Herzkrankheit ständig erschöpft. Doch das monatelange Warten auf ein Spenderherz ist zermürbend. Ständig ist sie auf Abruf bereit. Hat man ein Herz gefunden, muss sie innerhalb von zwei Stunden im Spital sein.

Tragisch endete das Warten für eine weitere Frau. Zwei Jahre wartete sie vergeblich auf eine Leber, bis sie schliesslich starb. Mit «Warten auf ein zweites Leben» entstand ein einfühlsamer Film, der die Darsteller ebenso nahe wie respektvoll durch ihre ungewisse Zeit begleitet.

«Warten auf ein zweites Leben». Ein Film von Belinda Sallin. Schweiz 2011. 53 min. Anbieter: Schweizer Fernsehen.


TV-Tipps

Bringt Objektivität Erkenntnisse?

Die Wahrnehmung verändert sich im Lauf der Geschichte. Gert Scobel spricht mit dem Erkenntnistheoretiker Herbert Schnädelbach über die Kriterien von Objek­ti­vität. Und stellt die Frage, ob diese mehr Erkenntisse bringt.

«Scobel extra: Wahrnehmung, Erkenntnis, Objektivität», 3 Sat, Mo, 27.6., 23.10 Uhr


Bewölkung als Klimafaktor

Warum fallen Schönwetterwolken vom Gewicht einer Lokomotive nicht auf die Erde? Diese Dokumentation beantwortet solche Alltagsfragen und erklärt Zusammenhänge zwischen der Bewölkung und der Klimaerwärmung. Wissenschafter versuchen mit Computermodellen Wolkenprozesse im Zeichen des Klimawandels zu berechnen.

«Die rätselhafte Welt der Wolken», Arte, Fr, 24.6., 21.40 Uhr


Streit um den Atommüll

Für das Endlager im deutschen Gorleben sind sich Gegner und Befürworter nur in einem einig: Der Müll ist unter der Erde zu entsorgen. Doch die Behörden haben diverse andere Gebiete untersucht und für ein Endlager als geeignet befunden. Auf diese Erkenntnisse stützt sich laut diesem Film auch die Schweiz bei der Suche nach einer sicheren Deponie.

«Endstation Gorleben?», 3 Sat, Fr, 24.6., 20.15 Uhr


Die Ölförderung geht munter weiter

Die Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko führte zu einer Umweltkatastrophe. Der Dokumentarfilmer Greg Palast zeigt, dass die Ölförderung des BP-Konzerns dennoch neue Gebiete erschliesst. Laut Palast arbeitet BP nicht immer mit sauberen Methoden.

«Profit um jeden Preis», Arte, Di, 28.6., 20.15 Uhr


Radio-Tipps

Umweltfragen in der Bibel

Für die Kirchentage in Dresden Anfang Juni wählte der ehemalige Bundesrat Moritz Leuenberger eine spezielle Form, um seine Ansichten zu erläutern: Er interpretierte Bibeltexte mit Blick auf ihren Gehalt für Umwelt, Politik und Entwicklung. Ein Gespräch mit dem Ex-Magistraten.

«Perspektiven», DRS 2, Do, 23.6., 15 Uhr


Lückenhafte Flugsicherheit


Eine Verkettung von Ereignissen führte zum Absturz der Air-France-Maschine auf ihrem Flug von Rio nach Paris am 1. Juni 2009. Wahrscheinlich war ein Tropensturm, den der Wetterradar nicht anzeigte, Auslöser der Katastrophe. Das Radio-Feature geht der Frage nach, wie Flugzeughersteller und Airlines die Gefahren besser in den Griff bekommen wollen.

«Alle zwei Jahre ein Absturz», Deutschlandfunk, Di, 28.6., 19.15 Uhr

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