Drucker: Grosse Unterschiede bei der Tonerstaub-Belastung

saldo 05/2013 vom

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Einige Laserdrucker stossen fast 3000 Mal so viel Feinstaub aus wie andere. Das zeigt eine neue Untersuchung. Die kleinen Partikel
stehen im Verdacht, die Gesundheit zu gefährden.

Wer eine A4-Seite auf einem Laserdrucker ausdruckt, schleudert ungewollt eine grosse Menge an unsichtbaren Partikeln in die Luft. Die deutsche Bundesanstalt für Materialprüfung hat die ausgestossene Menge Feinstaub bei Laserdruckern untersucht. Das Ergebnis: Die Geräte setzen oft mehrere Milliarden Partikel frei, darunter giftige Stoffe wie Silizium, Brom oder Chrom. In der Studie wollte die deutsche Behörde die Hersteller schützen und hielt die Namen der geprüften Druckermodelle geheim. saldo hat recherchiert und sich die Namen besorgt (siehe Tabelle).


Keine Grenzwerte für Tonerstaub

Als grösste Feinstaubschleuder erwies sich der Kyocera Mita FS-1100. Mit 7,6 Milliarden Teilchen pro ausgedruckte Seite hat er doppelt so hohe Emissionen wie der Canon I-Sens LBP 3460 (3,4 Milliarden).

Dass es auch anders geht, zeigt Hewlett Packard. Im Gegensatz zu ihrem Modell CLI CP1515N stösst der Kyocera 2800 Mal so viele Partikel aus. Canon-Sprecherin Sabrina Frei verweist darauf, dass sich Kyocera an die EU-Richtlinien hält. Nur: Grenzwerte für ausgestossenen Tonerstaub existieren weder in der EU noch in der Schweiz. Kyocera sagt, dass die Gerätebenutzer «nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand weder durch Feinstaubemission noch durch ultrafeine Partikel» gefährdet würden.

Dies sieht das Bundesamt für Gesundheit anders. Es erklärt, die Belastung der Luft mit organischen Verbindungen könne zu Schleimhautreizungen oder Kopfweh führen. Achim Stelting von der Stiftung Nano-Control, die sich für die Erforschung der Risiken von Feinstaub einsetzt, bestätigt: «Es kann zu chronischen Entzündungen und Schädigungen der Bronchien kommen.» Auch Lymphknotenschwellungen und Erschöpfung seien möglich. Bei Nano-Control meldeten sich bisher rund 3000 Personen, die an den Folgen von Feinstaub aus Laserdruckern leiden, davon 63 aus der Schweiz.   


Laserdrucker: So können Sie sich schützen

Das Bundesamt für Ge­sund­heit und die Schweizerische Unfallversicherung Suva empfehlen:

  • Drucker in möglichst grossem, gut belüfteten Raum verwenden, am besten in separatem Zimmer.
  • Nach einem Papierstau das Papier nicht gewaltsam herausreissen, sondern vorsichtig entfernen.
  • Bei direktem Kontakt mit Toner Haut mit kaltem Wasser und Seife reinigen.
  • Alte Geräte warten lassen oder ersetzen.
  • Geräte bevorzugen, deren Schadstoffausstoss geprüft und beschränkt ist, zum Beispiel solche mit dem Label «Blauer Engel».
  • Tintenstrahldrucker statt Laserdrucker verwenden. Erstere stossen deutlich weniger Feinstaub aus.
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