Die Billigste ist gut genug

K-Tipp 12/2003 vom

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Das Angebot an Alkali-Batterien ist riesig. Doch eigentlich unterscheiden sie sich nur in einem Punkt: Dem Preis.

Nicht alle Batterien sind gleich», titelte die Migros kürzlich in ihrer eigenen Zeitung «Brückenbauer». Abgebildet war eine Tabelle, die zeigte, welche Batterie für welchen Einsatz besonders geeignet sein soll. Hauptaussage: Lithium-Batterien sind für Geräte mit grossem Stromverbrauch geeignet, Kohle-Zink-Batterien für Geräte mit kleinem Verbrauch.

Dazwischen liegen die Alkali-Batterien. Für den Einsatz in einer Fotokamera sei die teuerste Alkali-Batterie aus der Migros «ideal», die billigste könne hingegen «nicht empfohlen» werden, heisst es in der Tabelle weiter.

Rolf Zinniker vom Institut für Elektronik der ETH Zürich wurde stutzig. Denn die angeblichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Alkali-Batterien widersprachen all seinen Erfahrungen.

Im Auftrag des K-Tipp unterzog Zinniker deshalb Batterien der Grösse AA von Migros (Energizer und M-Power), Coop (Wonder und Duracell) und Interdiscount (Varta) zwei Tests. Diese Batterien mit einem Durchmesser von 14 Millimetern kommen zum Beispiel im Walkman zum Einsatz.


«(Fast) gleich, aber einige sind teurer»

Beim ersten Test löste eine Digital-Fotokamera alle 20 Sekunden aus, bis die Batterien nur noch so viel Strom lieferten, dass die Kamera sich selber ausschaltete. Beim zweiten Test entlud Zinniker die Batterien mit 600 Milliampere, bis sie nur noch 0,9 Volt abgaben. Das entspricht etwa dem Verbrauch eines CD-Players.

Das Resultat: Mit den billigsten Migros-Batterien waren 231 digitale Aufnahmen möglich, mit den teuersten 257. Dazwischen lagen die Wonder-Batterien, die vom gleichen Hersteller stammen.

Das gleiche Bild auch bei den Varta-Batterien: Die schwächsten schafften 227 Aufnahmen, die stärksten mit 246 Aufnahmen nur unwesentlich mehr. Einzig die Duracell Ultra M3 schwang mit 311 Aufnahmen deutlich obenaus.

Ähnlich das Resultat beim CD-Player-Test: Migros- und Varta-Batterien schnitten alle fast gleich ab, bei den Duracell-Batterien waren die Unterschiede grösser.

«Alkali-Batterien sind inzwischen so ausgereift, dass die Unterschiede kaum mehr ins Gewicht fallen», erklärt Zinniker. In Abwandlung des Migros-Werbespruchs sagt er deshalb: «Alle Alkali-Batterien sind (fast) gleich, aber einige sind teurer.»
In der Tat sind die Preisunterschiede trotz ähnlicher Leistung beträchtlich. Die billigste Batterie (Varta Alkaline blau) kostet nur gerade 1 Franken, die beiden teuersten (Energizer e2 Titanium und Duracell Ultra M3) mit Fr. 2.38 mehr als das Doppelte.


Vom CD-Player in die Küchenuhr

Die Firma Varta, die auch mit angeblichen Qualitätsunterschieden zwischen den verschiedenen Alkali-Batterien wirbt, schreibt dem K-Tipp, es gebe bei ihren verschiedenen Modellen sehr wohl «unterschiedliche, bedarfsorientierte Energieleistungen». Allerdings gebe es bei jährlich über einer Milliarde produzierter Batterien auch bei Varta Ausreisser.

Die Migros kritisiert, die K-Tipp-Methode entspreche «nicht den offiziellen Tests» und die Resultate seien daher «nicht repräsentativ». Doch auch ihre eigenen Testresultate, welche die Migros dem K-Tipp zur Verfügung stellte, rechtfertigen die grossen Preisunterschiede nicht.

ETH-Mann Rolf Zinniker folgert deshalb: «Die preiswertesten Alkali-Batterien zeigen auch in anspruchsvollen Geräten gute Leistungen. Und dies, obwohl die Hersteller ihre Batterien dafür nicht empfehlen.»

Auch für Geräte mit grossem Stromverbrauch wie CD-Player, Foto- oder Videokameras rät er deshalb: «Lassen Sie sich vom grossen Angebot nicht verwirren. Kaufen Sie einfach die billigste Alkali-Batterie.»

Und vor allem: Wenn die Batterien den Strombedarf eines CD-Players oder einer Fotokamera nicht mehr decken, sind sie noch lange nicht leer. In einem Gerät mit kleinem Verbrauch wie etwa einem Reiseradio oder einer Küchenuhr funktionieren sie noch einwandfrei.

Ein Merkblatt zu Batterien und Akkus finden Sie unter www.ife.ee.ethz.ch/~zinniker/.
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