Deutsch und Deutlich: Schummelei, die

K-Tipp 20/2018 vom

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Wenn sich beim «Eile mit Weile» im Familienkreis nicht alle an die Regeln halten, kann gut von «Schummeleien» gesprochen werden. Wenn aber SRF über «Schummeleien mit Sub­ven­tionen» berichtet und damit den Postauto-­Skandal meint, ist das verharmlosend. Denn es handelt sich um einen mutmasslichen Betrug. Und zwar im Millionenbereich.

Sogar im Milliardenbereich bewegt sich der ­Diesel-­Skandal bei Volkswagen. VW spricht trotzdem immer nur von der «Diesel-Thematik». ­Diese Verharmlosung kritisierte die NZZ so: «Volkswagen verniedlicht die Schummeleien bei Abgaswerten als ‹Diesel-Thematik›.» Indem die NZZ das Wort «Schummelei» verwendete, verniedlichte sie den Skandal aber gleich selber.

Ähnlich verharmlosend wie die «Schummelei» ist der «Pfusch». «Auch Japaner pfuschten bei Abgastests», schrieb die «Berner Zeitung». Und tat so, als ob die Autohersteller einfach nur unsorgfältig gearbeitet hätten. Dabei nahmen sie absichtlich vereinfachte Abgasprüfungen vor, um Zeit und Geld zu sparen. Folge: Die ­Ergebnisse waren falsch. 

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