Billige Batterien sind besser

K-Tipp 08/2014 vom

Schon für 50 Rappen pro Stück gibt es gute Alkali-Batterien. Teure Markenprodukte hin­gegen sind ihren Preis oft nicht wert.

Bild: prisma

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Der «Kassensturz» hat 13 der meistverkauften Alkali-Batterie der Dimension AA ins Labor geschickt – darunter bekannte Markenartikel, aber auch Eigen­marken der Grossverteiler. Der Preis pro Stück liegt zwischen 30 Rappen und 2 Franken. 

Geprüft wurden: totale Energiekapazität, Dauer-test im DAB+-Radio, bis die Batterien leer waren, sowie Fototest mit Blitz, bei dem die Batterien innert kurzer Zeit schnell ­relativ viel Strom liefern müssen.

Die Ergebnisse: Die besten Batterien lieferten im Dauertest 

bis zu 20 Stunden Energie, die schlechtesten jedoch nur 17 Stunden. Und im Fototest konnte man mit der besten Batterie fast 300 geblitzte Bilder schiessen, mit der schlechtesten bloss gut ­ein Drittel davon.

Batterien von Lidl und Aldi sind «gut»

Erfreulich: Mit den Al­kali-Batterien von Aldi und Lidl erreichten zwei der günstigsten Produkte die Gesamt­note «gut». Mit ­einem Stückpreis von nur 50 Rappen kosten sie bloss ein Viertel des Preises der ­Mar­ken­produkte Energizer ­Ultra+ Powerseal und Duracell Plus Power, die in der Gesamtwertung nur «genügend» abschnitten.

Für die folgenden Alkali-Batterien der Dimension AA gab es die Gesamtnote «gut»:

  • Active Energy Batterien Mignon (eingekauft bei Aldi; Preis: 50 Rappen pro Stück)
  • Aerocell Super Alkaline Mignonzelle (Lidl; 50 Rp./Stk.)
  • Varta High Energy (Fust; Fr. 1.90/Stk.)
  • Go on LR6 (Jumbo; 40 Rp./Stk.)

Die Zeitschrift «Saldo» hat vor eineinhalb Jahren wiederaufladbare Akku-Bat­terien getestet (Ausgabe 15/12). Vier Akkus erhielten damals die Gesamtnote «sehr gut» (Preis pro Akkuzelle: Fr. 4.– bis Fr. 6.50):

  • Ikea Ladda
  • Energizer Recharge
  • Swissbatteries ­Accubattery
  • Sanyo Eneloop ­HR-3UTGA

Batterien sind Energieschleudern

Die wichtigsten Tipps zu Kauf, Nutzung und Recycling von Batterien und Akkus:

  • Erste Wahl Steckdose: Gemäss dem deutschen Umweltbundesamt ist «elektrische Energie aus Batterien mindestens 300-mal teurer als Energie aus der Steckdose». Für die Herstellung einer Batterie wird bis 500-mal so viel Energie verbraucht, wie sie später abgibt.
  • Akkus: Je häufiger ein Gerät benutzt wird und je mehr Strom es benötigt, desto eher lohnen sich Akkus. Sie sind zwar teurer als Batterien, lassen sich aber aufladen.
  • Selbstentladung: Batterien und Akkus verlieren mit der Zeit an Kapazität. Deshalb beim Kauf darauf achten, dass das Haltbarkeitsdatum noch mindestens vier Jahre beträgt. 
  • Ladegerät: Um einen optimalen Effekt zu erzielen, sollte das Ladegerät zum Akku-Typ passen. Die Betriebsanleitung gibt dazu Auskunft. Ladegeräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie nicht laden – solange sie an der Steck- dose hängen. Tipp: Es gibt ­Ladegeräte mit ­Solarbetrieb.
  • Lagerung: Wärme beschleunigt die Selbstentladung. Batterien und Akkus darum kühl lagern. 
  • Kurzschluss: Batterien nie verkehrt ins Gerät einlegen. Auch Batterien, die lose in einer Werkzeugkiste zusammen mit Metallteilen liegen, können einen Kurzschluss er­leiden.
  • Preis/Leistung: Tests der Stiftung Warentest zeigen: Batterien mit Zink-Kohle-Zellen haben ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis als Alkali-Batterien. Braucht man schnell viel Energie, zum Beispiel fürs Fotografieren, setzt man am besten auf Lithium-Batterien.
  • Typen: Um unnötige Leistungsverluste zu verhindern, sollten nur ­gleiche Batterietypen gleichzeitig in ein Gerät eingesetzt werden.
  • Entnahme: Wird ein ­Gerät längere Zeit nicht benutzt, sollte man die Batterien entfernen, weil sonst ätzende Flüssigkeit auslaufen kann. Solche defekten Batterien nicht mit blossen Händen anfassen.
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