Auch in günstigen Behältern bleibt Gemüse knackig

K-Tipp 02/2011 vom | aktualisiert am

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Ob Frischhalteboxen, spezielle Mikrowellen­behälter oder Tiefkühlboxen: Die meisten Test-Produkte erfüllen alle Aufgaben fast gleich gut. Eklatant sind jedoch die Preisunterschiede.

Lebensmitteldosen sind praktisch und vielseitig einsetzbar, sei es im Kühlschrank, im Tiefkühler oder im Mikrowellengerät. Der K-Tipp wollte wissen, was diese Behältnisse taugen, für welche Verwendung sie infrage kommen und wie strapazierbar sie sind. Für den Test ausgewählt wurden neun Frischhaltedosen, drei Mikro­wellenbehälter sowie zwei Tiefkühldosen.

Der Grossteil der Dosen eignet sich laut Herstellerangaben zum Frischhalten, Tiefkühlen und Aufwärmen von Speisen in der Mikrowelle. Eine Ausnahme stellen einerseits die Tupperware-Produkte dar. Laut Hersteller sollte für jede Verwendung der speziell dafür konzipierte Behälter benutzt werden.

Andererseits sind Mikrowellengeschirre und Tiefkühldosen aufgrund der Herstellerangaben nicht fürs Frischhalten von Speisen vorgesehen. Das Prüfinstitut PZT im deutschen Wilhelmshaven hat dessen ungeachtet alle Produkte nach dem gleichen Vorgehen auf verschiedene Funktionen, Haltbarkeit, Handhabung und Sicherheit geprüft (siehe «So wurde getestet», unten).

Die Resultate sind überraschend gut ausgefallen: 12 der insgesamt 14 Behälter erhalten das Gesamt­urteil «gut» – inklusive Mik­rowellenboxen und preisgünstiger Tiefkühl­dosen. Bloss zwei Lebensmittelbehälter schneiden nur «genügend» ab: Tontarelli und Emsa Superline. Der Hauptgrund: Der Verschluss ist weniger luftdicht – die in diesen Dosen gelagerten Waren bleiben weniger lang frisch als in den Konkurrenzprodukten.


«Curver» hält Speisen am längsten frisch

Fazit des Tests: Die meisten Behälter sind uneingeschränkt für viele Anwendungen zu gebrauchen. Eine Ansammlung unterschiedlicher Gefässtypen ist nicht zwingend nötig. Die besten Werte beim Hauptkriterium «Frischhaltevermögen» erzielte das Curver-Produkt, das zugleich in der Kategorie Frischhaltedosen den ersten Platz belegt:

Die Dose ist praktisch luftdicht. Selbst nach sieben Tagen war kaum Luft bzw.  Feuchtigkeit ein­ge­drungen. Ähnlich gute Ergebnisse lieferten Ikea Pruta sowie die Tiefkühldose der Migros-Eigenmarke Topline. Mit Fr. 4.95 ist das 17-teilige Ikea-Set mit unterschiedlichen Grössen und Formen mit Abstand das günstigste Produkt im Test.

Zum Vergleich: Der Wunderschüsselsatz von Tupperware, bestehend aus drei verschieden grossen runden Schüsseln, kostet mit Fr. 40.50 ein Vielfaches davon. Ein weiterer Nachteil: Tupperware ist nur an sogenannten Tup­per­ware-Partys erhältlich. 

Der K-Tipp hat die Hersteller mit den Ergebnissen des Tests konfrontiert. Die Schweizer Vertriebsgesellschaft für Oxo-Behälter ist erstaunt, dass das Prüf­institut das Schliessen der Dose nicht besser bewertet hat.

Franky De Smedt von Tupperware Schweiz sagt, der Wunderschüsselsatz sei nur fürs Frischhalten von Esswaren, eigne sich also weder für den Tiefkühler noch für die Mikrowelle. Und er kritisiert:

«Im Normalfall lässt man Behälter nicht mehrmals hinterein­ander fallen.» Zudem sei ab sofort eine neue Version des Mik­rowellengeschirrs MicroPop erhältlich – das Öffnen und Schliessen sei einfacher als beim getesteten Produkt.

Monika Weibel von der Migros schreibt, die Tiefkühldose dürfe laut Angaben nicht über 80 Grad erhitzt werden und sei somit für die Mikrowelle nicht geeignet. Das gleiche gelte auch für die Topline-Kühlschrankdose. Weibel sagt weiter, dass ein «beson­derer Kraftaufwand», wie vom Prüfinstitut festgestellt, beim Öffnen nicht nötig sei.

Die Firma Vetrag AG in Stäfa ZH weist darauf hin, dass Lock & Lock-Behälter der Professional-Serie «hitzebeständiger, bruchsicherer, formstabiler und geruchsneutraler» seien als die getesteten.


So wurde getestet

Das Prüfinstitut PZT im ­deutschen Wilhelmshaven testete die Dosen auf Folgendes:

Funktionsprüfung

  • Frischhaltevermögen: Die Gefässe wurden mit feuchtigkeitsaufsaugendem Material gefüllt, verschlossen und gewogen. Nach einem, drei und sieben Tagen Lagerung in einer Klimakammer wurden sie wiederum gewogen. Je mehr sie gegenüber dem Ausgangsgewicht zugenommen haben, desto undichter sind sie.
  • Mikrowelle: Spaghetti mit Tomatensauce und Gemüse wurden erhitzt. Geprüft wurden gleichmässige Erwärmung und Konsistenz der Speisen.



Haltbarkeit

Die Materialqualität der Behälter wurde so getestet:

  • Lassen sich Farbrückstände von Tomatenspaghetti völlig entfernen?
  • Ist die Dose nach 300-maligem Öffnen und Schliessen noch luft- und wasserdicht?
  • Weisen Deckel und Dosen beim Öffnen Beschädigungen auf, nachdem sie 24 Stunden bei –20 Grad gelagert wurden?
  • Behalten mit Wasser befüllte Dosen beim Anheben die Form?
  • Vertragen die Behälter das Erhitzen von Speisen in der Mikrowelle?
  • Sind die Dosen noch dicht und brauchbar, nachdem sie aus einer Höhe von einem Meter mehrmals zu Boden gefallen sind?
  • Überstehen sie auch Stürze nach der Lagerung im Tiefkühler?
  • Wie dicht sind sie nach 20 Spülgängen?
  • Nehmen sie Fremdgerüche an?



Handhabung

  • Benotet wurden das Öffnen und Schliessen der Deckel sowie das Umgiessen von Hühnersuppe. Und ob die Behälter Griffe oder Greifstellen zum einfachen Transport haben.
  • Sicherheit: Nach 15 Minuten in der Mikrowelle wurde die Temperatur der Dose an diversen Stellen gemessen und bewertet.

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