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Swisscom-Kunde müsste man sein – aber in Italien. Dort kostet das Telefonieren und Surfen bei der Swisscom-Tochter weniger als einen Drittel. Die Verluste zahlen die Schweizer Kunden.
Das Natel-liberty-largo-Abo von Swisscom kostet monatlich 75 Franken, mit 250 SMS und 1 GB Datenvolumen. Nicht enthalten sind Gesprächsgebühren von 30 bis 50 Rappen je Stunde. Das vergleichbare Angebot Mobile Start von Swisscom Italia/Fastweb kostet umgerechnet knapp 24 Franken, mit 100 SMS und 250 Gesprächsminuten auf Mobilgeräte anderer Anbieter sowie 600 Gesprächsminuten auf Handys mit einem Fastweb-Abo.
Ähnlich gross ist die Preisdifferenz bei den Tarifen fürs Surfen im Mobilnetz mit Tablets und Notebooks. Ein monatlicher Datentransfer von maximal 10 GB kostet bei Swisscom in der Schweiz 85 Franken, in Italien 25 Franken.
Swisscom-Sprecherin Annina Merk sagt, die Preise könnten «nicht 1 : 1» verglichen werden. Fastweb leiste anders als Swisscom in der Schweiz keine Investitionen in den Netzausbau. Und im Vergleich zur EU seien die Grenzwerte im Mobilfunk in der Schweiz «um den Faktor 10 höher». Dies führe zu «mehr Antennen» und damit «höheren Kosten».
Diese Argumente sind für Preisüberwacher Stefan Meierhans nur teilweise stichhaltig. In der Schweiz spiele der Wettbewerb im Mobilfunk «offenkundig weniger». Es stelle sich deshalb die Frage, ob nicht «ausländische Angebote zumindest indirekt quersubventioniert werden».
Das zeigt sich auch bei der Unternehmensbilanz: Die Swisscom liess sich 2007 den Kauf von Fastweb 6,9 Milliarden Franken kosten. Ende 2011 nahm sie einen Abschreiber von 1,3 Milliarden Franken vor. Ein Verlust, der dank der Gewinne aus dem Schweizer Geschäft gut verdaubar ist. Von Januar bis September 2011 verbuchte die Swisscom einen Reingewinn von 1,53 Milliarden Franken.
13. Januar 2012 | Roland Gysin, Redaktion saldo
