|
(0) |
HP lockt mit einem Umweltbonus, wenn man den Computer gegen ein neues Gerät eintauscht. Das bringt der Umwelt meist nichts.
Wer seinen Computer gegen ein neues, energieeffizienteres Gerät von HP eintauscht, leistet einen Beitrag für die Umwelt. Das behauptet der Computerhersteller in Annoncen und auf www.umweltbonus.ch. Der Konzern belohnt Umsteiger bei einem Notebook mit 200 Franken, bei einem PC mit 150 und bei einem Monitor mit 80 Franken.
Für Felix Meier vom WWF Schweiz ist «dieses Umweltversprechen Mumpitz». Die Energie, die für die Fertigung eines Geräts nötig ist, beträgt ein Vielfaches von dem, was man mit effizienten Produkten einsparen könnte. Bei den verbrauchsintensiven Kühlschränken sei das allerdings anders.
Für die Konsumenten heisst dies: Je länger sie mit einem Computer arbeiten, desto mehr schonen sie die Umwelt. Die HP-Aktion berücksichtigt jedoch das Alter der abgegebenen Computer und Monitore nicht. In den Vertragsbedingungen heisst es nur, dass sie ein halbes Jahr im Besitz des Kunden sein mussten. Unklar bleibt auch, wie HP die Geräte verwertet. Dazu fehlen genaue Angaben auf der Website. Zudem befristet HP sein angebliches Öko-Engagement: Die Aktion endet am 30. November. Für Yves Zenger von Greenpeace «profitiert die Erfolgsbilanz von HP mehr als ihre Umweltbilanz». HP erwidert, dass der Konzern bei der Aktion im Schnitt fünf bis acht Jahre alte Geräte erhalte und 95 Prozent der Rohstoffe eines PCs zurückgewinne.
18. November 2011 | Eric Breitinger, Redaktion saldo
