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Larissa D. aus Untersiggenthal verguckte sich in eine knallrote Lederpolstergruppe. Diese versprach gemütliche Stunden vor dem Fernseher. Und da es sich zudem um ein Schnäppchen handelte, kaufte sie das Stück spontan.
Ein paar Wochen später fuhr ein grosser Lieferwagen vor. Drei Möbelmänner bemühten sich, das sperrige Sofa mit Drehen und Wenden in die vorgesehene Ecke im Wohnzimmer zu zwängen. Dies gelang schliesslich knapp, nachdem die Vitrine mit den Schützentrophäen und der Gobelinstuhl in den Korridor umplatziert waren.
Nun hockte also das üppige Sitzpolster in der kleinen Stube – wie ein dicker Kuckuck im Spatzennest. Larissas Ehegatte fühlte sich erdrückt und erkundigte sich bei saldo, ob man den Kauf wieder rückgängig machen könne.
Ich musste den Mann enttäuschen: «Da ist nichts mehr zu machen. Wer ein Möbel kauft, muss halt vorher messen, ob es in der Wohnung Platz hat.»
Vorwurfsvoll wandte er sich darauf an seine Gattin, die offenbar im Hintergrund mithörte: «Ich hab dir ja von Anfang an gesagt, dass dieses Ungetüm nicht ins Wohnzimmer passt, aber …!»
«Unsinn!», fiel ihm diese ins Wort. «Die Sitzgruppe ist nicht zu gross. Ich predige dir schon seit Jahren, dass unsere Wohnung zu klein ist!»
08. Oktober 2011 | Hans Ruedi Schmid
