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Weder grosse Steigungen noch grimmige Abstiege sind auf den 28 Touren zu erleben, die Franz auf der Mauer im kleinen, aber feinen Wanderbuch beschreibt. Dafür gibt es herrliche Landschaften und gemütliche Wege zu erleben.
Der Titel «Genusswandern» mag abgegriffen klingen, trifft jedoch den Nagel auf den Kopf: So lässt man sich gerne von Vrin nach Uors durchs Lugnez im Bündnerland leiten, verzaubert von ehrwürdigen Häusern und malerischen Kirchlein. Auch der Weg im Maggiatal von Someo nach Avegno scheint auf den ersten Blick nicht spektakulär. Die Route ist aber derart abwechslungsreich, dass die Wanderung keine Minute langweilt. Ebenfalls idyllisch ist der Weg im Hinterland Luganos, der von Tesserete nach Origlio und dem gleichnamigen See führt.
Viel weniger bekannt, aber ebenso ansprechend ist die Tour durchs Val de Travers von Fleurier nach Noiraigue. Unterwegs liegt Môtiers, wo im Jahr 1762 der Philosoph Jean-Jacques Rousseau politisches Asyl gefunden hatte und später mit Schimpf und Schande vertrieben wurde, nachdem sich bei ihm Anzeichen wahnhafter Züge zeigten.
Alle Wanderungen sind mit einem kleinen Kartenausschnitt, Höhenprofil, Wanderzeit und Tourenprofil versehen. Die Anfangs- und Endpunkte der einzelnen Routen sind gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Empfehlenswerte Restaurants werden hingegen keine genannt.
«Genusswandern im Schongang», Franz auf der Mauer, Werd Verlag, zirka 33 Franken
23. September 2011 | Stefan Schuppli, Redaktion saldo
