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Die Verpackungsindustrie schert sich nicht um Kundenwünsche. Eine Verpackung soll wenig kosten und werbewirksam sein. Ob sie praktisch ist, spielt keine Rolle.
Die Bedürfnisse der Konsumenten sind für die Lebensmittelhersteller und Händler zweitrangig: 99 Prozent von 300 befragten Marketingmanagern gaben an, dass Geld der wichtigste Entscheidungsfaktor für die Wahl einer Verpackung ist.
An zweiter Stelle folgen Markenpflege und Sicherheitsstandards. Das ergab eine Studie der deutschen «Lebensmittel Zeitung». Die Verpackungsfachleute glauben zu wissen, was Konsumenten wünschen: eine Verpackung, die einfach zu handhaben ist.
Weiter soll die Verpackung die Hygiene des Produkts garantieren und es haltbar machen. Zudem sollen Verpackungen die Kaufentscheidung im Laden erleichtern. Auch wächst nach Meinung der Verpackungsmanager das grüne Gewissen der Käufer.
Heute glauben rund 80 Prozent der befragten Verantwortlichen, dass die Konsumenten der Recyclingfähigkeit der Verpackung und dem Umweltbewusstsein eine «hohe» oder «sehr hohe» Bedeutung zumessen.
Doch die Marketingexperten kümmert dies wenig: Sie messen der Abfallentsorgung bei der Wahl der Verpackung laut Studie nur geringe Bedeutung bei.
Bei Wein und Schnaps spielt Verpackung nur eine kleine Rolle
Die Verpackung beeinflusst nach Meinung der Marketingfachleute das Kaufverhalten nicht bei allen Produkten gleichermassen. Klar ist: Schön verpackte Delikatessen lassen die Kunden am ehesten zugreifen.
Auch die Verpackung von Snacks, Süsswaren und gekühlten Fertigprodukten ist kaufentscheidend. Bei Wein und Spirituosen hält nur jeder zweite Verpackungsmanager das Aussehen der Flasche für massgebend. Den geringsten Einfluss auf das Kaufverhalten hat gemäss Studie die Verpackung von Backwaren, Bier, Gewürzen, Früchten und Gemüse.
22. Mai 2011 | Sabine Rindlisbacher, Redaktion saldo
