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Hersteller von Waschmaschinen versprechen Allergikern Linderung – dank spezieller Waschprogramme. Doch Fachleute bezweifeln deren Nutzen.
Mehr Lebensqualität für Allergiker» bringe die Waschmaschine Medicwash, verspricht Miele. Auch andere Hersteller preisen vollmundig spezielle Geräte an, die Milben, Pollen und Katzenhaare aus der Wäsche entfernen sollen:
VZug wirbt mit der «Weltneuheit Milbenstopp», und Schulthess behauptet in einem Pressetext, die Spirit eMotion «vernichtet Allergene absolut zuverlässig».
Doch ob die Spezialprogramme der diversen Maschinen einem Allergiker tatsächlich einen merkbaren Vorteil bringen, ist umstritten. VZug muss auf Anfrage einräumen, man habe nicht getestet, ob das Milbenstopp-Programm den Milbenkot besser aus Textilien entferne als andere Waschprogramme.
Miele will Tests zwar gemacht haben, gibt aber die Resultate nicht bekannt. Einzig Schulthess liefert genaue Angaben. Demnach bringt das Spezialprogramm nur einen bescheidenen Zusatznutzen.
Beispiel Gräserpollen: Bei 40 Grad entferne es 80 Prozent der Pollen. Das sind nur gerade 4 Prozent mehr als bei einem normalen Waschgang.
Fachleute halten die Spezialprogramme für überflüssig. Laut Mark Anliker, leitender Arzt für Allergien am Kantonsspital St. Gallen, zeige der Labortest zwar ein messbares Ergebnis.
Auf Kleidern, die mit 60 Grad gewaschen wurden, fänden sich aber ohnehin praktisch keine Allergene mehr: «Eine normale Waschmaschine reicht da völlig aus.»
Schulthess schreibt dazu, das spezielle Waschprogramm erziele eine «signifikant verbesserte antiallergene und antibakterielle Waschwirkung».
Diese sei durch ein Gutachten eines deutschen Instituts bestätigt worden. Doch dieses Gutachten gab Schulthess auch auf Anfrage nicht heraus.
07. Mai 2011 | che
