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Telefonieren und Datentransfer mit dem Handy im Ausland: Für EU-Bürger wirds am 1. Juli günstiger. Für die Schweizer aber ändert sich nichts: Sie zahlen dann bis zu fünfmal so viel.
Telefoniert ein Schweizer Tourist in Griechenland mit seinem Handy nach Hause (Roaming), wirds teuer: Bei Orange z. B. zahlt er pro Minute bis zu 2 Franken. Ein Italiener kommt viel günstiger weg: Aktuell kostet ihn ein Anruf nach Italien 55 Rappen pro Minute.
Ab 1. Juli wird der Unterschied noch grösser:
Damit nicht genug: In der EU ist man überzeugt, dass die Telecomunternehmen auch mit den tieferen Tarifen noch satte Gewinne einfahren.
So hat die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes bereits mehrmals unterstrichen, es gebe keinen Grund, dass Roaming teurer sein soll als ein normaler Inlandanruf mit dem Handy. Dieser kostet im Schnitt umgerechnet rund 12,6 Rappen.
EU will Roaming ganz abschaffen
Fernziel der EU ist es, das Roaming im ganzen EU-Raum abzuschaffen – und zwar bis spätestens 2015. Denn im Grunde genommen ist es nichts anderes als eine künstliche Zollgebühr.
Während in der EU die Tarife vereinheitlicht und gesenkt werden, schröpfen die Telecomunternehmen die Schweizer Kundinnen und Kunden bei den Auslandtarifen weiter.
Konkret: Swisscom verlangt für einen Anruf aus Griechenland in die Schweiz 85 Rappen pro Minute. Zum Vergleich: Bereits 2007 setzte Brüssel für die EU den Höchstpreis auf 63,7 Rappen fest.
Und ab 1. Juli sind es wie erwähnt maximal 49 Rappen. Die Swisscom-Kunden zahlen also knapp das Doppelte (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Dass es noch teurer geht, zeigt die Konkurrenz von Swisscom:
Orange verlangt für einen normalen Anruf 2 Franken pro Minute – das ist rund viermal so viel wie der EU-Maximaltarif. Und bei den SMS berechnet Sunrise die höchsten Tarife: Statt 15 Rappen wie in der EU zahlen Schweizer im Ausland bis zu 50 Rappen.
Um diesen Roaming-Skandal zu stoppen, lanciert der K-Tipp zusammen mit der Westschweizer Partnerzeitschrift «Bon à savoir» eine Petition zuhanden von Bundesrätin und Kommunikations-Ministerin Doris Leuthard.
Sie ist zuständig für die Telefontarife und die Swisscom. Leuthard soll die Swisscom anweisen, die Tarife auf Anfang Juli ebenfalls auf EU-Niveau zu senken. Der Bund ist Mehrheits-Eigentümer der Swisscom.
Unterschreiben Sie die Petition!
Ziel der Petition: Da es keine sachlichen Gründe dafür gibt, dass Schweizer im Ausland mehr zahlen als EU-Bürger, soll die Schweiz die EU-Maximaltarife fürs Roaming übernehmen. Anders gesagt: Schweizer sollen ab 1. Juli im Ausland nicht mehr zahlen als EU-Bürger.
Unterschreiben Sie deshalb die K-Tipp-Petition gleich jetzt. Sammeln Sie Unterschriften auch im Bekanntenkreis. Das können Sie mit dem Unterschriftenbogen tun, direkt im Internet unter www.ktipp.ch.
01. Mai 2011 | Die Redaktion
Kommentare (1) |
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Die Schweiz hat schon einige Gesetze der EU Unterzeichnet, diese
beinhalten scheinbar die zukünftigen Regelungen des Roaming in
Europa nicht. Der Grund dazu wäre noch interessant zu Wissen, wer
ist da der Bremsklotz?
