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Die Firma Selecta will einen Beitrag zur «ausgewogenen» Ernährung für Schüler leisten. Experten kritisieren die Aktion.
Fresh-Point heissen die Automaten, die in 13 Schweizer Oberstufenschulen stehen. Damit will die Firma Selecta einen Beitrag zur «ausgewogenen Pausenverpflegung» leisten. Denn die Schüler können auch gesunde Sachen wie Äpfel und Cherry-Tomaten kaufen.
Zudem enthalten einige Produkte extra wenig Zucker, Salz und Fett. Doch ein grosser Teil des Sortiments besteht weiterhin aus Süssigkeiten und Chips. Fachleute kritisieren die Aktion deshalb massiv.
Der Zürcher Präventivmediziner David Fäh sagt: «Wenn die Automaten gleichzeitig kalorienreiche Snacks anbieten, ist anzunehmen, dass viele Kinder Äpfel und Tomaten links liegen lassen.» Auch scheinbar gesunde Produkte wie Apfelsaft oder Birchermüesli enthielten viele Kalorien, so Fäh.
Man könne nicht ausschliessen, dass Selecta die Fresh-Point-Aktion als Türöffner verwende, um weitere Automaten in Schulen zu platzieren: «Später könnte Selecta die Frischprodukte wieder entfernen, mit der Begründung, es gebe keine Nachfrage.»
Fäh hält Automaten in Schulen grundsätzlich nicht für sinnvoll: «Besser wären Brunnen mit Leitungswasser.» Er regt an, Äpfel oder andere Früchte zu verteilen: «Mehr Kalorien brauchen Schüler zwischen den Hauptmahlzeiten nicht.»
Selecta entgegnet: «Essgewohnheiten kann man nicht schlagartig ändern. Wir werden das Sortiment Schritt für Schritt optimieren. Frischprodukte sind ein fester Bestandteil.» Die Produkte hätten sie zusammen mit Ernährungsfachleuten ausgewählt und Leitlinien wie die Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung berücksichtigt.
13. März 2011 | Andreas Gossweiler, Redaktion Gesundheitstipp
