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Artikel | Gesundheits-Tipp 11/2010

Auf «Breastlight» ist kein Verlass

Eine Speziallampe soll Brustkrebs ­frühzeitig sichtbar machen. Doch Fachleute raten ab. In einer Studie ­entging dem Gerät jeder dritte Tumor.

Mit «Breastlight» können Frauen ihre Brust durchleuchten: Gesundes Gewebe leuchtet rot auf – dunkle Punkte oder Schatten könnten ein «Hinweis auf eine Brustveränderung» und damit Brustkrebs sein, schreibt der Hersteller im Inserat der Medizinzeitschrift «Medical Tribune».

In diesem Fall solle die Frau zum Arzt gehen. Das Gerät zum Vorbeugen von Brustkrebs gibt es für 200 Franken bei Ärzten, in Apotheken und im Internet. Doch jetzt warnt der Zürcher Brustkrebs-Spezialist Christoph Rageth: Die Lampe macht gar nicht alle Tumoren sichtbar.

Eine britische Studie untersuchte 18 Frauen mit Brustkrebs. Das Resultat: Jeder dritte Tumor entging dem Gerät. Eine grössere Studie kam zu keinem besseren Ergebnis, die Forscher brachen sie vorzeitig ab.

Das Gerät verursacht zudem zu häufig falschen Alarm. Rageth: «Die Anwenderinnen können nicht unterscheiden, ob ein Schatten gefährlich ist oder nicht.» Denn auch harmlose Veränderungen wie Blutergüsse oder manche Zysten zeigen sich als dunkler Fleck in der erleuchteten Brust.

Der Schweizer Vertreiber Access Healthcare relativiert den Nutzen des Geräts. Geschäftsführer Bruno Rosset sagt, zusammen mit dem Abtasten führe «Breastlight» zu «eindeutig weniger falschem Alarm» als mit Abtasten allein. Rosset räumt aber ein, dass die Lampe den Untersuch beim Arzt nicht ersetze.

06. November 2010 | Ines Vogel, Redaktion Gesundheitstipp


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