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Artikel | K-Tipp 17/2010

Persönlich: Wir zahlen doch gerne ein bisschen mehr

Der Euro verharrt schon seit geraumer Zeit auf einem tiefen Niveau. Die Preise von Importwaren bleiben trotzdem hoch. So hoch, dass offenbar auch die Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure ­mittlerweile das schlechte Gewissen gepackt hat.

Jedenfalls schreiben die Importeure in einer Medienmitteilung, dass sie «aus strategi­schen Gründen» nicht bereit seien, «als ­Antwort auf kurzfristige Währungs­schwankungen mit Preissenkungen zu ­reagieren». Was das für eine Strategie sein soll, erklären die Auto-Importeure nicht. Aber dass sie die Kursgewinne am liebsten selber ­einsacken, ist naheliegend.

Dann wird die Medienmitteilung definitiv kurios: Dass die Preise nicht gesenkt würden, sei «ganz im Sinne der Kundenzufriedenheit und des Vertrauens in die Autobranche». Und: «Schnelle Preissenkungen oder ­Preisinstabilität können nicht im Interesse des Kunden sein.» Mit anderen Worten: Seien wir doch froh, dass wir für Autos ­weiterhin überhöhte Preise zahlen dürfen.

Was die Auto-Importeure verschweigen: Vor schnellen Preiserhöhungen ist der Kunde nicht gefeit. Die meisten Kaufverträge enthalten nämlich einen Passus, der die Verkäufer berechtigt, den vereinbarten Preis noch zwischen Vertragsabschluss und ­Lieferung zu korrigieren, sofern sich der Katalogpreis ändert. So viel zur Preis­stabilität.

Und ich werde mir beim nächsten Autokauf überlegen müssen, ob ich über den Kaufpreis hinaus noch freiwillig ein paar ­Tausender hinblättern soll. Schliesslich ist das ganz im Sinne meiner Zufriedenheit. Sagen die Auto-Importeure.

17. Oktober 2010 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp


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