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Artikel | K-Geld 04/2010

«Gemeinsam reich» im Zwielicht

500 Franken Einsatz, zwei Teilnehmer finden - und bald einmal werden 120 000 Franken daraus. So wirbt «Gemeinsam reich» bei Freunden und Bekannten. Die Lotteriekommission ermittelt.

Das Project Jointly Rich (PJR) verspricht den Anlegern sagenhaften Reichtum: Nach 8 bis 16 Monaten werde der Mindesteinsatz von 500 Franken zurückerstattet - zusammen mit einem Bonus von 1000 Franken «garantiert»!

Damit nicht genug: Das richtig grosse Geld komme nach zwei bis drei Jahren. Dann spüle PJR seinen Teilnehmern angeblich weitere 30 000 Franken in die Kasse. Wer noch ein oder zwei Teilnehmer wirbt, erhält gar 60 000 bzw. 120 000 Franken. Einzige Bedingung: Alles müsse «vertraulich» behandelt und dürfe keinesfalls publik werden.

Diese sagenhafte Geldvermehrung will PJR-Administrator Martin Hulliger, Finanzberater in Worb BE, erzielen: mit Anlagen in Spitzentechnologie, Währungen und Edelmetalle sowie durch Investitionen in Jungunternehmen und «visionäre Projekte».

Wie das genau funktionieren soll, mag er nicht erklären. Nur so viel: Die Renditen würden mit Börsenhändlern «aus der Topliga der Finanzwelt» erzielt. PJR hat laut Prospekt bereits 300 000 Franken beisammen.

Ein paar tausend Franken davon stammen von Fred Steiner aus Worben BE und aus seinem Familien- und Freundeskreis. Er sieht darin kein Problem: «Ich habe Vertrauen in das System», sagt er. Mit dem PJR-Prospekt geht Steiner zum Beispiel in seinem Tambourenverein auf Mitgliederwerbung. Er, sein Sohn und Freunde hätten investiert und seien «zuversichtlich, dass alles mit rechten Dingen zugeht».

Selbstverständlich findet auch Hulliger, dass «es sich beim PJR um ein absolut legitimes Projekt handelt». Ob es auch legal ist, klärt nun auf Hinweis von K-Geld das Aufsichtsorgan über Wettbetriebe und Lotterien, die Comlot. «Wir prüfen eine Klage wegen illegalen Wettspiels, allenfalls auch wegen illegalen Schneeballprinzips», erklärt Comlot-Sekretär David Keller.

01. September 2010 | Fredy Hämmerli


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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