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Bisher empfahlen Mediziner, nur selten rotes Fleisch zu essen. Jetzt zeigt eine Studie: Rind- und Schweinefleisch fördern weder Herzkrankheiten noch Diabetes.
Essen Sie nicht zu viel rotes Fleisch – das war die gängige Empfehlung für eine gesunde, mediterrane Ernährung. Rind-, Lamm- oder auch Schweinefleisch stand in Verdacht, Herzkrankheiten, Diabetes Typ 2 und Krebs auszulösen.
Nun kommt überraschend eine Entwarnung: «Rotes Fleisch hat keinen Einfluss auf das Risiko für Herzinfarkt und Diabetes», sagt Renata Micha von der Harvard-Universität in Boston (USA). Sie und ihr Team haben zwanzig Studien mit insgesamt über einer Million Teilnehmern ausgewertet. Erstmals unterschieden die Forscher dabei zwischen unverarbeitetem und verarbeitetem Fleisch wie Wurst, Salami, Speck und Aufschnitt.
Verarbeitetes Fleisch erwies sich in der Studie tatsächlich als ungesund. Schon 50 g Wurstwaren pro Tag zeigten verheerende Folgen: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten stieg um mehr als 40 Prozent, das für Diabetes um 20 Prozent. Auslöser war allerdings nicht der hohe Gehalt an Fett und Cholesterin. Micha: «Ungesund sind vermutlich das viele Salz und Konservierungsmittel wie Nitritpökelsalz.»
Peter Ballmer, Chefarzt für Innere Medizin am Kantonsspital Winterthur, überrascht das Ergebnis nicht: «Das Dogma über rotes Fleisch stand schon immer auf schwachen Beinen.» Es sei nie wirklich bewiesen worden, dass dieses fürs Herz schädlich wäre. Fachleute raten, pro Woche höchstens 50 g Wurstwaren zu essen. Bei Steak und Braten gilt: Wenig Salz, dafür mehr Pfeffer, Chili und Kräuter.
07. Juni 2010 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp
