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Es muss nicht immer der Kühlschrank sein: Viele Lebensmittel kann oder muss man sogar anderswo lagern.
Vor allem junge Leute und Städter neigen dazu, alle Nahrungsmittel in den Kühlschrank zu legen – egal, ob es sich um Knäckebrot, Tomaten oder UHT-Milch handelt. «Das ist nicht nur unnötig, sondern in manchen Fällen schlicht falsch», sagt Christine Imhof, Projektleiterin des Kochbuch-Klassikers «Tiptopf» und Co-Autorin des Hauswirtschafts-Lehrmittels «Hauswärts».
Viele Früchte- und Gemüsesorten aus südlichen Ländern erleiden durch die Kälte Schäden: Bananen zum Beispiel werden braun und Melonen wässrig. Kälteempfindlich sind auch Ananas, Avocados, Mangos, Papayas, Zitrusfrüchte, Auberginen, Peperoni und Zucchetti. Selbst einheimische Gemüsesorten wie Tomaten, Gurken, Bohnen, Kürbisse und Kartoffeln können im Kühlschrank Geschmack und Konsistenz verändern. Dazu kommt: Unreife Früchte und Gemüse reifen gekühlt nicht nach.
Büchsen und UHT-Milch: Im Kühlschrank nichts verloren
Andere Nahrungsmittel wurden bereits durch eine spezielle Behandlung haltbar gemacht und müssen nicht zusätzlich gekühlt werden. Nicht in den Kühlschrank gehören deshalb ultrahoch erhitzte Milch, Lebensmittel in Dosen und solche, die in Aluminium eingeschweisst sind (etwa Rösti) – es sei denn, die Packung ist bereits geöffnet.
Wieder andere Lebensmittel können gekühlt werden, müssen aber nicht. «Bei manchen verlängert sich so die Haltbarkeit», führt Imhof aus. So bleiben gekochte Eier im Kühlschrank ein bis zwei Wochen haltbar, ohne Kühlschrank zwei bis drei Tage, was oft ausreichend ist. Das gleiche gilt für Äpfel, die unter 5 Grad bis drei Monate gelagert werden können.
Einige Esswaren wie zum Beispiel Früchtekuchen muss man nur im Sommer in den Kühlschrank stellen. Pralinés entfalten ihr Aroma bei Raumtemperatur sogar besser als gekühlt.
Öl verdirbt im Licht, Nüsse schimmeln, wenns feucht ist
Lagert man Lebensmittel ausserhalb des Kühlschranks, muss man auf Licht, Wärme und Feuchtigkeit achten. Gewürze verblassen im Licht, Öl wird schlecht. Durch Wärme werden trockene Lebensmittel wie Haferflocken schneller von Insekten (Mehlmotten etc.) befallen. Bei hoher Feuchtigkeit fangen zum Beispiel Nüsse an zu schimmeln. «Daher sollte man keine Nahrungsmittel neben oder über Wärmequellen wie Backofen und Kühlschrank lagern», rät Imhof.
Trockene Lebensmittel wie Flocken, Griess, Mehl, Hülsenfrüchte, Beutelsuppen und Gewürze verstaut man am besten in der Küche oder im Vorratsraum, der Keller könnte zu feucht sein. Angebrochene Packungen sollte man mit Gummiband oder Klammern verschliessen.
Getreide oder Müsli kann man in luftdichte Behälter aus Glas oder Plastik umfüllen (Mindesthaltbarkeits-Datum auf dem Behälter notieren!). Kälteempfindliche Gemüse und Obst brauchen einen dunklen Keller oder einen Vorratsraum mit einer Temperatur bis zu 18 Grad. Öl, Sirup, Getränke und Dosen können in der Küche, in der Vorratskammer oder im Keller gelagert werden.
Dagegen gehören alle leicht verderblichen Lebensmittel zwingend in den Kühlschrank: Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Brotaufstriche, Fertiggerichte, Essensresten und Salatsaucen ohne Konservierungsstoffe. Entscheidend ist auch, wo die Lebensmittel platziert werden: Innerhalb des Kühlschranks kann die Temperatur um bis zu 12 Grad schwanken.
Deshalb gilt: Käse und Essensresten auf das oberste Regal, Milchprodukte auf das mittlere, Fleisch und Fisch auf das unterste Regal (hier ist es am kühlsten). Ins Gemüsefach kommen Gemüse und Früchte. In den Türfächern verstaut man zuoberst Butter und Eier, in der Mitte Senf, Mayonnaise, Saucen und Konfitüre, zuunterst Getränke.
So bleibt Obst länger frisch
Wie lange Früchte frisch bleiben, hängt davon ab, welche Sorten man zusammen lagert.
Gemüse und Früchte scheiden mit zunehmender Reife das farb- und geruchslose Gas Ethylen aus. Dabei handelt es sich um ein pflanzliches Hormon, das die Reife und den Verderbnisprozess in Pflanzen beschleunigt.
Einige Sorten geben extrem viel Ethylen ab, andere reagieren darauf sehr empfindlich und reifen dann schneller nach. Zu den starken Ethylenausscheidern gehören Äpfel und Passionsfrüchte. Besonders empfindlich sind Blumenkohl, Broccoli, Honigmelone, Kiwi, Mango und Rosenkohl. Möchte man also harte Kiwis oder Mangos nachreifen lassen, lagert man sie am besten neben einem starken Ethylenausscheider. Ansonsten gilt: Getrennt aufbewahren oder starke Ausscheider in Beutel verpacken.
24. Mai 2010 | Sabine Knosala, Haus+Garten
