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Das Vorgehen von Swisscard zeigt einmal mehr: Kreditkartenrechnungen besser nicht per Lastschriftverfahren bezahlen.
Swisscard macht für die Coop-Kreditkarte Supercard Plus das Inkasso. Wer wie Thomas Abt (Name geändert) aus Rapperswil SG seine Monatsrechnung per Lastschriftverfahren (LSV) automatisch über die Bank begleichen lässt, wird benachteiligt.
Swisscard – eine Tochterfirma der Credit Suisse (CS) – hat eine am 25. des Monats fällige Kreditkartenrechnung von Abt schon am 12. des Monats belastet. Doch Abt hatte zu diesem Zeitpunkt auf seinem CS-Konto nicht genügend Geld, um die Rechnung zu zahlen. Die Folge: Während 13 Tagen wurde ihm von der CS auf dem Minus-Saldo ein Schuldzins von 12,5 Prozent belastet.
Abt bat Swisscard, den Belastungszeitpunkt jeweils auf den Fälligkeitstermin der Rechnung zu legen. Eine Kundendienstmitarbeiterin beschied Abt aber: Das gehe beim LSV weder bei einer Kreditkartenfirma noch bei einer Bank.
Swisscard schreibt K-Geld dazu: «Technisch gesehen wäre es möglich, den Belastungsauftrag an die Bank auf ein Fälligkeitsdatum abzustimmen. Wir müssten in diesem Fall aber auf die sofortige Gutschrift des Kartenkontos verzichten, was für einen Grossteil unserer LSV-Kunden ein Nachteil wäre.» LSV-Zahler würden durch die rasche Rechnungsbegleichung zudem profitieren: Die Kreditlimite stehe ihnen schon einen Tag nach Rechnungsdatum wieder voll zur Verfügung.
Hansruedi Schmid, Leiter der K-Tipp-Rechtsberatung, sagt: «Das Vorgehen ist wenig kundenfreundlich. Swisscard profitiert dank der vorzeitigen Belastung auf Kosten der LSV-Zahler.» Schmid empfiehlt, Kreditkartenrechnungen immer per Einzahlungsschein zu begleichen. Abt hat den LSV gekündigt und zahlt nun per Internet. «So kann ich den Belastungstermin selber festlegen und muss mich nicht von Swisscard zu meinen Ungunsten bevormunden lassen».
23. Mai 2010 | Bernhard Bircher, Redaktor K-Geld
