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Artikel | saldo 09/2010

Teure Lehre für Liebeskuppler

Die Partnervermittlungsfirma Part-Line heisst neu You2Me. Das Geschäftsmodell bleibt das alte: Wer für das Unternehmen arbeiten will, muss tief in die Tasche greifen.

Die Firma You2Me sucht zurzeit in Inseraten «Repräsentanten mit Herz». Diese sollen Partner an Singles vermitteln. saldo-Leser Moritz Erdmann (Name geändert) aus Zug bewarb sich um eine Stelle als Partnervermittler.

Dazu hätte er auf eigene Faust Singles finden müssen und diesen Partnervorschläge von You2Me unterbreiten sollen. Diese bezahlen dafür einen stolzen Preis: Zwei Partnervorschläge kosten 629 Franken, sieben Vorschläge gar 2500 Franken. Erdmann wäre mit einer Provision am Umsatz beteiligt gewesen.


Vermittler-Ausbildung kostet 6850 Franken

«Ich dachte, es sei ein guter Nebenverdienst», so der selbständige Unternehmer. Beim Vorstellungsgespräch kam der Schock: Vor Stellenantritt hätte er dem Unternehmen 6850 Franken zahlen sollen – als Entschädigung für die Ausbildung zum professionellen Vermittler, hiess es. Er erhalte den Betrag zurück, wenn er im ersten Jahr einen Umsatz von 50‘000 Franken erziele.

You2Me ist aus der liquidierten Vermittlungsagentur Part-Line hervorgegangen. Kundendatei und Infrastruktur wurden laut der You2Me-Geschäftsführerin Guistina Armenti von Part-Line übernommen.


«Pseudopsychologische Banalitäten»

Part-Line hatte dasselbe Geschäftsmodell: Es versprach Stellensuchenden guten Verdienst und verlangte viel Geld für die Ausbildung. Diese stellte sich aber als Schnellbleiche heraus. So erzählte ein ehemaliger Mitarbeiter von Part-Line, dass die Ausbildung nur aus «pseudopsychologischen Banalitäten» bestanden habe (saldo 7/2000). 

Guistina Armenti verspricht, dass nun alles anders sei: «Wir haben eine neue Geschäftsleitung. You2Me führt eine umfangreiche Kundendatei und bietet eine seriöse Ausbildung.» Fakt ist: Die Ausbildung kostet 850 Franken mehr als früher bei Part-Line und der Betrag muss immer noch im Voraus bezahlt werden. saldo rät: Keine Verträge unterschreiben, in denen Vorauszahlungen verlangt werden.

09. Mai 2010 | Jonas Arnold


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