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Wer unseriösen Vermittlern Geld anvertraut, riskiert den Totalverlust. Bei Eliteimports kann man dabei wenigstens noch lachen.
Es ist schlicht ein Wunder. Der abgebildete Vertrag (siehe Bild im pdf-Artikel) besagt, dass aus einem Investment von 20‘000 Franken in 16 Wochen 60‘000 Franken werden sollen. Das entspricht einer Traumrendite von 200 Prozent in rund vier Monaten.
Genauso unglaublich und wegen der Schreibfehler zum Schmunzeln ist der Inhalt des Vertrages, der einem Anleger vorgelegt wurde. Das Geld wird «für den Investment» verwendet, «bei nicht vorgesehenes Wird die Summe zurück erstattet». Und am Schluss: «Gelesen und einverstanden der beiden Parteien.»
Das Geld in Empfang genommen hat ein Roger Gähwiler aus Pfäffikon SZ – und zwar im November 2007. Er gab sich damals als persönlich haftender Gesellschafter der Firma Eliteimports Gähwiler KEG in Wien aus.
«Schlamperei der Geschäftspartner»
Als der Investor sein Geld zurückforderte, lief Gähwiler zu Hochform auf und lieferte wunderbar humorvolle Ausflüchte. Im April 2008 hiess es, das Geschäft sei noch nicht abgeschlossen wegen «mangelnder Zuverlässigkeit und Schlamperei» seiner Geschäftspartner. Das Geld werde aber 2009 ausgezahlt. Im September 2009 kündigte Gähwiler an, er werde bald «mit den Investoren eine Liste mit den Auszahlungsterminen erstellen».
Und: «Aufgrund der heutigen Situation bei den Banken ist dabei mit der nötigen Vorsicht vorzugehen.» Im Dezember 2009 schrieb er, ein «erster Geldtransfer» sei wegen «fehlenden Begleitpapieren» an die Absenderbank zurückgegangen. Zudem sei er nur «ein kleiner Fisch» im ganzen Gefüge, und der richtige Investment-Geschäftsführer sei empört über den «Querschläger», der immer wieder sein Geld verlange.
«Aus dem Investment ausgeschlossen»
Als sich der K-Tipp einschaltete, drohte Gähwiler dem Investor, er habe mit seinem Gang zum K-Tipp gegen die Vertragsbedingungen verstossen, er setze das «Geschäftsgelingen» aufs Spiel. Und er werde «bei einer weiteren Handlung ohne Investrückzahlung und zum nächstmöglichen Termin aus dem Investment ausgeschlossen».
Im Übrigen sei noch keine Auszahlung in Sicht, denn: «Die Investments werden vom Geschäftsführer solange terminiert oder erneuert, bis die zu Investmentbeginn festgelegte und angestrebte Rendite erwirtschaftet wird.» So lustig das alles ist – so traurig ist, dass es Gähwiler und weiteren Vermittlern gelungen ist, Leute zu einem Investment zu überreden. Einer der Vermittler nahm gar seiner Mutter Geld ab.
Die Chancen für eine Rückzahlung erachtet der K-Tipp als klein. Gähwiler gibt keine Auskunft darüber, wie die Wunderrendite zustande kommen soll – weder seinen Investoren noch dem K-Tipp. Wenig vertrauenerweckend ist auch, dass Gähwilers Betreibungsregister-Auszug mehrere Betrei- bungen für insgesamt 260‘000 Franken auflistet. Und einen Konkurs aus dem Jahr 2004.
18. April 2010 | Ernst Meierhofer, Redaktion K-Tipp
