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Artikel | saldo 07/2010

So wurden die CS-Kunden reingelegt

CS-Kunden erzählen, wie die Bankberater ihnen Lehman-Papiere als garantiert sichere Anlagen andrehten.

Michael Schmid aus Zürich wurden die Lehman-Titel im November 2007 empfohlen. Das Lehman-Produkt sei VOLL kapitalgeschützt, habe ihm die CS schriftlich und in Grossbuchstaben versichert. Umso grösser seine Wut heute: «Ich kann nicht verstehen, warum die CS für die Art und Weise, wie sie die kapitalgeschützten Lehman-Produkte beworben hat, nicht zur Rechenschaft gezogen wird.»

Ursprünglich hatte Schmid der CS 100‘000 Franken bezahlt – für 50‘000 Franken kaufte sie die Lehman-Papiere zurück. Mit der Kommis-sion von 750 Franken und den Anwaltskosten von 5535 Franken ist er jetzt insgesamt mit 56‘285 Franken im Minus. Ein anderes Beispiel: Monique Vezényi-Prince. Sie wird nächsten Monat 70 Jahre alt und ist seit 34 Jahren CS-Kundin.

«Am 22. März 2004 habe ich in der Filiale Rathausplatz in Zürich für 15‘000 Franken Lehman-Papiere gekauft.» Sauer gemacht hat sie vor allem die Kundenberatung. «Ich wurde richtig gedrängt, Geld anzulegen. Begründet wurde das mit den tiefen Zinsen bei Privat- und Sparkonten.» Die alte Frau wollte kein Risiko eingehen. «Der Berater bot mir eine ‹gute und sichere› Anlage an.» Nicht einmal der Name Lehman Brothers sei erwähnt worden. Bei den Bankauszügen sei die Anlage als harmlose Obligation aufgeführt worden. Die 15‘000 Franken musste Monique Vezényi-Prince abschreiben. «Die CS machte mir kein Angebot.»


«CS und Kapitalschutz: Ich dachte, da kann nichts passieren»

Auch W.S. in Z. hat den Glauben an seriöse Schweizer Banker verloren. Das ist seine Geschichte: «Mein 3.-Säule-Konto wurde frei und auf das normale Sparkonto übertragen. Die CS-Beraterin empfahl mir, ich solle doch mein Geld besser investieren. Ich bestand aber darauf, dass die Anlage sicher sein müsse und dass der Zins nicht im Vordergrund stehe. Der Bankenprofi riet mir zu einem kapitalgeschützten Produkt.

Ich dachte, das tönt gut: CS und Kapitalschutz, da kann nichts passieren.» W.S. hatte ja schon seit Jahrzehnten all seine Konten bei der Credit Suisse. Schliesslich willigte er am Telefon zu einer Anlage von 20‘000 Franken ein. Auch W.S. musste den ganzen Betrag abschreiben.


40 Jahre CS-Kunde und null Franken Ersatz für den Schaden

Gar 100‘000 Franken ans Bein streichen musste sich Peter Eggermann aus Bern. Er kannte seinen CS-Berater seit langem. «Wir haben ihm den Auftrag bei einem Besuch zu Hause in unserer Wohnung gegeben», erinnert sich Eggermann. Unterlagen wie Factsheets oder Ähnliches hätten sie nicht erhalten. «Aber wir vertrauten dem Berater.»

Dann wiederholt sich die Geschichte: Es sei eine absolut sichere Geldanlage, im schlimmsten Fall wäre einfach kein Zins zu erwarten, erklärte der Berater. Doch es kam anders. Peter Eggermann verlor seine ganzen 100‘000 Franken. Da er 40 Jahre Kunde bei der CS war, zählte er auf das Entgegenkommen der CS. Vergeblich. Er zog seine Konsequenzen und wechselte die Bank.

11. April 2010 | Werner Fischer


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