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Via Internet telefonieren – das tun viele PC-Anwender. Aber nur die wenigsten nutzen Videotelefonie, obwohl sie sich einfach installieren lässt.
Videotelefonie war noch vor wenigen Jahr der reinste Frust: Die Webcams lieferten unscharfe dunkle Bilder, der Ton war meist eine Zumutung. Die langsame Internetverbindung liess Video zu ruckeligen Diashows mutieren. Heute sind diese technischen Hindernisse weitestgehend ausgeräumt. Breitband-Internet bietet genügend Tempo, und dank eingebauter Kamera lässt sich mit den meisten Notebooks sofort videotelefonieren.
Webcam
Die teuerste ist nicht die beste, aber die in Notebooks oder Desktop-Bildschirmen fest eingebauten Kameras sind qualitativ oft dürftig. Mikrofone im Notebook-Gehäuse übertragen zudem durch Lüfter und Festplatte verursachte Nebengeräusche. Wer keine integrierte Kamera hat oder beste Bild- und Tonqualität wünscht, stöpselt deshalb eine externe Webcam mit Mikrofon an den USB-Anschluss seines Rechners.
Brauchbare Modelle gibt es ab Fr. 50.–. Eine gute Webcam sollte mindestens 640 x 480 Bildpunkte und 30 Bilder pro Sekunde (fps) liefern. Ein Autofokus sorgt für die Scharfstellung und ein Mikrofon mit Rauschunterdrückung für bessere Verständlichkeit. Sogenannte HD-Webcams mit einer Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten bringen für die Bildqualität beim Telefonieren nichts. Denn die Programme übertragen Livevideos nur bis zum Format 640 x 480.
Im Praxisvergleich der zwei weit verbreiteten Webcams Logitech Webcam Pro 9000 (knapp Fr. 160.–) und Microsoft Lifecam Cinema (ein Drittel günstiger) zeigten sich bei der Telefonie keine entscheidenden Qualitätsunterschiede. Die günstigere Kamera von Microsoft ar- beitete mit der verbreiteten Telefonlösung Skype sogar besser zusammen.
Einstecken – und los geht’s
Die einfachste Art, Videotelefonie auszuprobieren, führt über die Website www.fonie.de. Hier muss man lediglich auf «Ich will telefonieren» klicken und eine Sicherheitsabfrage des Flash-Player durch Klicken auf «Zulassen» abhaken. Nun teilt man seinem Gesprächspartner die blau hinterlegte Internetadresse am unteren Rand mit. Sie lautet zum Beispiel www.fonie.de/?token=vdajqqv und kann per Telefon oder E-Mail übermittelt werden. Sobald der Partner diese Webadresse aufruft, verbinden sich beide PC. Man kann sich nun nicht nur gegenseitig hören, sondern auch sehen. Dabei fallen keinerlei Zusatzkosten an. Die Lösung bietet allerdings nur eine bescheidene Videoqualität.
Häufig telefonieren – dafür lohnt sich die Installation eines speziellen Programms
Handy: Sogar auf dem Mobiltelefon kann man Skype mit Video nutzen. Dazu muss man auf Spitzenmodellen von Nokia oder dem iPhone das Gratisprogramm Fring installieren. Auf dem iPhone funktioniert Video aber nur in einer Richtung; der iPhone-Besitzer ist nicht sichtbar. Achtung: Mit dem Handy fallen Kosten für die Internet-Nutzung an.
Gratis-Babysitter: Die Webcam kann die Kleinen überwachen
Wer über eine Webcam sehen will, ob zu Hause alles mit rechten Dingen zugeht, kann mit dem Programm Skype eine Fernüberwachung starten. Skype lässt sich so konfigurieren, dass es Anrufe von einem bestimmten Teilnehmer automatisch annimmt und dabei gleich auch die Videokamera aktiviert.
So wird der PC zum Babysitter: Dazu richtet man auf dem Rechner, an den die Kamera angeschlossen ist, unter Skype ein neues Konto ein, beispielweise mit dem Namen «Babysitter». Danach meldet man sich mit diesem Konto bei Skype an und nimmt in die Kontaktliste einzig das normalerweise verwendete Skype-Konto (Peter.Muster) auf. Nun wird unter «Aktionen, Optionen, Anrufeinstellungen» das Feld «Erlaube Anrufe nur von meiner Kontaktliste» aktiviert. Mittels «Erweiterte Optionen» versieht man zusätzlich «Eingehende Rufe automatisch annehmen» und «Videoversand in Gesprächen automatisch aktivieren» mit einem Häkchen.
Wenn man weggeht, bleibt der PC zu Hause eingeschaltet. Unterwegs meldet man sich auf dem Handy oder PC als Benutzer «Peter.Muster» bei Skype an und ruft den Teilnehmer «Babysitter» mit einem «Videogespräch» an. Zu Hause wird nun der Anruf automatisch entgegengenommen. Dank aktivierter Webcam sieht man, ob alles in Ordnung ist.
05. April 2010 | Kurt Haupt
