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Artikel | saldo 06/2010

Facebook: Sich vernetzen und doch privat bleiben

saldo zeigt in zehn Schritten, wie man Facebook nutzen und die Privatsphäre trotzdem schützen kann.

Etwa 2 Millionen Schweizer haben sich ins Internet-Netzwerk Facebook eingetragen. Und viele sind sich nicht bewusst, wie fahrlässig sie dabei mit ihren Daten umgehen. Personalverantwortliche zum Beispiel überprüfen Stellenkandidaten auch im Internet. Ein wildes Partybild oder eine blöde Bemerkung über den Chef auf Facebook können für Betroffene unliebsame Folgen haben. Aber auch Bekannte erfahren dort oft mehr über eine Person, als dieser lieb ist.

Grund: Die Standard-Einstellungen bieten kaum Schutz. Und laut den Betreibern hat nur jeder Dritte Facebook-Nutzer seine Privatsphären-Einstellungen angepasst. Wer Facebook verantwortungsvoll nutzen will, kommt um einige Anpassungen nicht herum. saldo zeigt, wie das geht.


1. Freundesliste erstellen

Der Nutzer hat unter «Konto» > «Freunde bearbeiten» die Möglichkeit, seine Freunde verschiedenen Listen zuzuteilen (siehe Bild 1 im pdf-Artikel). So kann er Familie, Freunde oder geschäftliche Kontakte in einer Gruppe zusammenfassen. Ein Freund kann in einer oder mehreren Listen vertreten sein.


2. Freundesliste nutzen

Jede Statusmeldung, jedes Foto, jeder Link, den man mit Freunden teilt, kann man mittels des kleinen Schlosssymbols neben dem «Teilen-Button» bestimmten Gruppen zugänglich machen. Dazu wählt man «Benutzerdefiniert» und dann «Bestimmte Personen». Nun kann der Nutzer genau bestimmen, welche Gruppe die Meldung sehen darf. Es ist möglich, einzelne Personen oder Gruppen auszuschliessen (siehe Bild 2 im pdf-Artikel).


3. Privatsphäre-Einstellungen festlegen

Nun sollte der Nutzer Berechtigungen für die einzelnen Bereiche bestimmen. Wer darf zum Beispiel die Profil- oder Kontaktinformationen sehen? Alle Freunde? Nur eine bestimmte Gruppe? Unter dem Menüpunkt «Konto» > «Privatsphäre-Einstellungen» lässt sich dies festlegen.

Will man eine Information komplett verbergen, wählt man «nur ich». Keinesfalls sollte man, wie oft standardmässig voreingestellt, «Alle» wählen. Das bedeutet, dass jeder auf diese Informationen zugreifen kann, nicht nur Freunde. Hat der Nutzer alle Einstellungen vorgenommen, kann er sich eine Vorschau auf sein nun geschütztes Profil anzeigen lassen.


4. Zugriff von Anwendungen und Websites regeln

Facebook erlaubt es Anwendungen von Drittanbietern, auf Informationen der Nutzer zuzugreifen. Wer dies nicht will, kann unter «Konto» > «Privatsphäre-Einstellungen» > «Anwendungen und Webseiten» û «Was deine Freunde über dich mit anderen teilen können» einzelne oder gar alle Häkchen löschen (siehe Bild 3 im pdf-Artikel).


5. Schutz vor Google

Soll das Facebook-Konto nicht von der Suchmaschine Google gefunden werden, kann der Nutzer unter «Konto» > «Privatsphäre-Einstellungen» û «Suche» das Häkchen bei «Öffentliche Sucherergebnisse zulassen» entfernen. Es dauert jedoch eine Weile, bis das Profil tatsächlich nicht mehr gefunden wird.


6. Werbung mit Namen verbieten

Eine wichtige Einstellung ist unter «Konto» > «Kontoeinstellungen» > Facebook-Werbeanzeigen» vorzunehmen. Dazu muss man beim Punkt «Werbeanzeigen auf Plattformseiten gestatten, meine Informationen folgenden Personen zu zeigen» die Option «Niemand» wählen. So wird verhindert, dass der eigene Name oder das Bild für Werbung genutzt werden können.


7. Eigene Fotos, eingestellt von Dritten

Es ist möglich, dass Privatfotos nicht von sich selbst, sondern von Dritten auf Facebook geladen werden. Freunde können einen darauf mit Namen markieren. Die markierten Bilder sind dann für Freunde sichtbar. Um dies zu verhindern, sollte man unter «Konto» > «Privatsphäre-Einstellung» > «Fotos und Videos von mir» die Option «Nur ich» wählen. So bleiben Bilder, die man nicht selbst einstellt, vor anderen verborgen. Es ist möglich, Markierungen auf Fotos zu entfernen. Dazu auf dem Bild neben dem eigenen Namen «Markierung entfernen» anklicken.


8. Freunde verbergen

Falls nicht jeder sehen soll, mit wem man befreundet ist, kann man neben den Freunde-Bildern im Profil auf das kleine Schreiber-Symbol klicken. So hat man die Möglichkeit, das Häkchen bei «Allen die Freundesliste zeigen» herauszunehmen. Freunde sind so nur noch für andere Freunde sichtbar.


9. Pinnwand-Schreibberechtigung

Möchte man verhindern, dass Freunde Unangebrachtes auf die Pinnwand schreiben, kann man unter «Konto» > «Privatsphäre-Informationen» > «Profilinformationen» das Häkchen bei «Freunde können an meine Pinnwand posten» entfernen.


10. Aktivitäten verbergen

Tritt man auf Facebook zum Beispiel einer Gruppe bei, wird dies den Freunden postwendend vermeldet. Unter «Konto» > «Anwendungseinstellungen» > «Einstellungen für Gruppen bearbeiten» kann man festlegen, wer sehen darf, welchen Gruppen man angehört. Unter «Zusätzliche Genehmigungen» kann man zudem das Häkchen bei «Meldungen in den Nachrichtenströmen veröffentlichen» entfernen (Bild 4 im pdf-Artikel). Das bedeutet, dass ein Gruppenbeitritt nicht mehr vermeldet wird. Gleiches gilt für andere Anwendungen.

Eine Ausnahme bilden die Fanseiten. Sie lassen sich zurzeit trotz Proteststürmen von Nutzern noch nicht verbergen. Wer seine Sympathien also nicht mit anderen teilen will, verzichtet am besten auf Fanseiten. Und zum Schluss: Es ist gut zu wissen, dass sich unter «Profil» > «Pinnwand» alle Postings und Aktivitäten wieder entfernen lassen. Fährt man mit der Maus über den zu löschenden Eintrag, erscheint der Button «Entfernen».

27. März 2010 | Mirjam Fonti, Redaktion saldo


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