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Artikel | K-Tipp 06/2010

Gegen Feuer und Flammen: Die Hausratversicherung

Mit der Wahl des richtigen Anbieters lässt sich auch bei der Hausratversicherung Geld sparen.

Wer in einen anderen Kanton zügelt, der weiss: Die Prämie für die Krankenkasse kann steigen oder sinken – je nach Prämienniveau des betreffenden Kantons oder der jeweiligen Prämienregion. Wer eine Hausratversicherung hat, kann künftig die gleiche Erfahrung machen.

Die Zürich Versicherung zum Beispiel schaut seit 2007 genau hin, wo der Kunde wohnt – und differenziert die Prämie für die Hausratversicherung entsprechend. In Ortschaften, in denen gemäss Zürich-interner Statistik zum Beispiel mehr eingebrochen wird, zahlen Hausratversicherte mehr als an Orten, wo Schäden weniger häufig sind.

Auch andere Versicherer haben angefangen, die Prämien für Sachversicherungen nach Kantonen, Orten oder gar Quartieren abzustufen. Zudem spielen neuerdings weitere Risikomerkmale ein Rolle – zum Beispiel der Umstand, ob man Mieter ist oder in der eigenen Immobilie wohnt. Die «Schadenbelastung» von Hauseigentümern sei im Schnitt niedriger als die von Mietern, heisst es bei der Zürich.

Fazit: Auch bei der Hausratversicherung lohnt es sich, die Prämien regelmässig zu vergleichen und alle paar Jahre Offerten bei der Konkurrenz einzuholen. Zumal die Gesellschaften für Neukunden gerne die Prämien senken, von den bisherigen Kunden aber weiterhin die alte, höhere Prämie kassieren.

Der Prämienvergleich im pdf-Artikel zeigt die Tarife für drei ganz konkrete Versichertenprofile. Jede Änderung der individuellen Merkmale ergäbe eine andere Prämie. Wie viel man genau zahlen muss, erfährt man nur, wenn man konkrete Offerten einholt.


Hier ein paar wichtige Tipps:

  • Unter «Online-Angebote» finden Sie Versicherer, mit denen Sie im Prinzip nur per Internet verkehren. Die Prämien sind dann günstiger als die Tarife des Mutterhauses.
  • Online abschliessen bedeutet: Der Kunde stellt sich im Internet die Deckung zusammen, liest die allgemeinen Versicherungsbedingungen und erfährt den zu bezahlenden Preis. Dann bestellt er online die Offerte. Diese kommt per Post oder per E-Mail. Der Versicherungsvertrag kommt aber erst zustande, wenn der Kunde die Offerte (bzw. den Antrag) unterschreibt und per Post an die Versicherung zurückschickt.
  • Verträge nur für ein Jahr abschliessen; Achtung: Bei Baloisedirect.ch ist das nicht so. Die Basler schreibt: «Auf www.baloisedirect.ch können die Versicherungen direkt und mit sofortiger Gültigkeit abgeschlossen werden. Die elektronische Übermittlung der Daten gilt deshalb nicht als Offertanfrage, sondern direkt als Antrag, und daraus ergibt sich der Vertragsabschluss. Die Unterschrift des Kunden ist dabei nicht vorgesehen.»
  • Schliessen Sie nur Einjahresverträge ab oder lassen Sie sich ein einjähriges Kündigungsrecht vertraglich zusichern.
  • Die Höhe der Prämie hängt im Wesentlichen von der Versicherungssumme ab (siehe Angaben zu den drei Musterhaushalten). Die Versicherungssumme entspricht dem Neuwert des gesamten Hausrats. Das ist diejenige Summe, die man heute ausgeben müsste, um einen gleichwertigen Ersatz für die gestohlenen oder in Mitleidenschaft gezogenen Gegenstände zu beschaffen. Die Altersentwertung von älteren Sachen spielt hier also keine Rolle. Verbrennt ein altes Sofa, zahlt die Versicherung ein neues in der gleichen Qualität zum heutigen Preis.

Achtung: Wer den Wert seines Hausrats zu tief ansetzt, um so die Prämie nach unten zu drücken, muss im Schadenfall mit Kürzungen rechnen. Das wäre dann am falschen Ort gespart.

Bei vielen Gesellschaften sind Sportgeräte nicht wie üblich zum Neuwert, sondern nur zum Zeitwert versichert. Die Versicherung macht also einen Amortisationsabzug, der die Altersentwertung berücksichtigt. Gegen Aufpreis kann man auch diese Gegenstände zum Neuwert versichern (das ist bei den drei Prämienbeispielen der Fall).


Diebstähle aus dem Auto oft versichert

  • In den Prämien inbegriffen ist auch eine «Aussenversicherung» von maximal 2000 Franken, also der sogenannte «einfache Diebstahl auswärts» (siehe unten). Taschen- bzw. Trickdiebstahl fällt ebenfalls darunter. Diese Zusatzdeckung versichert den Klau von Sportgeräten, aber auch Diebstähle von Gepäck oder Handys aus dem Auto – aber nur, falls in den Bedingungen nicht ausgeschlossen.
  • Konkubinatspaare sollten sicherstellen, dass sie in der Hausratversicherung wie eine Familie behandelt werden. Dann zahlen sie weniger als zwei Einzelpersonen.



Was bedeutet «Erstrisikodeckung»?

Der Neuwert des gesamten Hausrats ist in der Hausratversicherung eine entscheidende Grösse. Aber nicht immer: Bei der Zusatzdeckung «einfacher Diebstahl auswärts» (sie kommt z. B. für Velodiebstähle ausserhalb des Wohnbereichs auf) müssen sich Kunden für eine bestimmte Summe entscheiden – zum Beispiel 2000 Franken.

Diebstähle sind dann nur bis zu diesem Betrag versichert. Die Visana kennt dieses System auch bei der Deckung gegen Wasserschäden und Diebstahl zu Hause (was die Prämie um fast 15 Prozent senkt). Begründung: Bei Wasser- und Diebstahlschäden gebe es – anders als etwa beim Feuer – praktisch nie einen Totalschaden.


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In diesen Tagen erscheint die 5. Ausgabe des 323-seitigen K-Tipp-Ratgebers «So sind Sie richtig versichert». Mit 30 aktualisierten Prämienvergleichen und Übersichtstabellen. Die einzelnen Kapitel im Überblick:

  • Der richtige Umgang mit der Versicherung
  • Grundversicherung der Krankenkassen
  • Krankenkassen-Zusatzversicherungen
  • Hausratversicherung
  • Autoversicherung
  • Reiseversicherung
  • Privathaftpflicht-Versicherung
  • Rechtsschutz-Versicherung
  • So versichern Sie die Risiken Tod und Invalidität
  • Sparversicherung und Leibrente
  • Gebäudeversicherung


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20. März 2010 | Ernst Meierhofer, Redaktion K-Tipp


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