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Aufs Internet spezialisierte Handys basieren auf Software, die sich durch Bedienung und Anwendungen unterscheiden. saldo vergleicht drei Top-Handys.
Beim Computer haben sich die Nutzer daran gewöhnt, dass es mit Windows, Mac und Linux drei unterschiedliche Welten gibt, für die man sich beim Kauf eines Rechners entscheidet. Seit sich das Handy immer mehr zum mobilen Computer entwickelt hat, gilt dies auch für Mobiltelefone. Insbesondere die für die Internetnutzung spezialisierten Modelle unterscheiden sich durch die Bedienungsphilosophie und ihr System mit Tausenden von Anwendungen (Apps), die auf das jeweilige Mobiltelefon zugeschnitten sind. Kauft man ein Handy einer anderen Plattform, kann man diese Apps nicht zügeln.
Apple: Anwendungen für andere Hersteller nicht zugänglich
Apple hat mit dem iPhone das Handy in drei Bereichen neu definiert: Die benutzerfreundliche, intuitive Bedienung mit Fingersteuerung, der Zugriff auf Internetinhalte sowie der App Store genannte Online-Laden, über den man Anwendungen via Handy oder Computer suchen und kaufen kann. Der Erfolg des iPhones basiert auch auf dem optimal abgestimmten Paket aus Hard- und Software aus einem Haus.
Wie schon beim Mac setzt Apple auf ein geschlossenes System. Das heisst: Das Betriebssystem wird anderen Herstellern nicht zur Verfügung gestellt. Die Folge: Die Geräteauswahl ist klein. Apple prüft auch jede App vor der Freigabe auf Qualität und Inhalt. Damit sind Fehlermeldungen oder schlecht funktionierende Anwendungen, wie man sie von anderen Plattformen kennt, auf dem iPhone eine Ausnahme.
Der Nachteil: Apple zensuriert auch Apps, die Eigeninteressen zuwiderlaufen. Eine geschlossene Plattform bilden auch die von vielen Geschäftsleuten benutzten Blackberrys der Firma RIM, die auf schnellen und abhörsicheren Mailverkehr spezialisiert sind.
Google: Grosse Auswahl an Android-Handys
Auf offene Plattformen setzen Nokia und Google. Der Internetriese hat das auf Linux basierende Betriebssystem Android entwickelt, das jeder Hersteller kostenlos nutzen kann. An der Weiterentwicklung von Android sind jetzt mehrere Hersteller beteiligt. Dieses Jahr werden über zwei Dutzend Android-Handys von Motorola, Samsung, Sony Ericsson, LG, Acer und HTC lanciert.
Anfang Jahr hat Google ein eigenes Android-Handy namens Nexus One vorgestellt, das in der Schweiz offiziell noch nicht eingeführt ist. Der Online-Händler Digitec bietet dieses aber bereits an. Googles Nexus One, das von HTC hergestellt wird, bekommt bald Konkurrenz: HTC wird im April in der Schweiz die Modelle Legend und Desire lancieren.
Das iPhone haben viele zu kopieren versucht. Die Version 2.1 von Android kommt Apples Bedienungsphilosophie sehr nahe. Viele Funktionen erscheinen wie eine Kopie des iPhones, was dem Google-Handy und anderen Modellen von HTC zum Verhängnis werden könnte: Anfang März hat Apple gegen HTC eine Klage wegen Verletzung von 20 Patenten eingereicht.
Nokia: Punkto App-Angebot nicht konkurrenzfähig
Nokia hat wie Microsoft (siehe unten) die Entwicklung in Richtung Multi-Touch-Bedienung verschlafen, obschon die Firma seit über zehn Jahren Smartphones herstellt. Nokia setzt auf zwei Betriebssysteme: Die meisten Nokia-Handys wie auch Modelle anderer Hersteller laufen mit Symbian, das nicht mehr zeitgemäss ist.
Parallel hat Nokia das auf Linux basierende Betriebssystem Maemo entwickelt, das im neuen Modell N 900 zum Einsatz kommt. Diese Plattform kann der Konkurrenz weit besser Paroli bieten, doch in Nokias Shop Ovi-Store findet man kaum 100 Anwendungen für das Handy. Auch für das Nokia N 97, das Top-Modell der Symbian-Plattform, gibt es keine 1000 Apps und Spiele. Maemo ist aber eine Baustelle: Nokia hat eben angekündigt, Maemo mit Moblin von Intel zu verschmelzen. Was die Kunden erwartet, ist unklar.
Apple iPhone 3 GS
www.apple.com/chde/iphone
Plattform: Das iPhone-OS-Betriebssystem läuft nur auf Apple-Handys, iPod touch und iPad. Es zeichnet sich aus durch grossen Benutzerkomfort und ein riesiges Angebot an Apps (Anwendungen), über deren Zulassung aber allein Apple bestimmt.
Google Nexus One
www.google.com/phone
Plattform: Viele Hersteller setzen auf das offene Betriebssystem Android. Da sie die Benutzeroberfläche anpassen können, ist die Bedienung aber nicht einheitlich. Das erhöht das Risiko, dass nicht jede App auf jedem Android-Handy gleich gut läuft.
Nokia N 900
www.nokia.ch/produkte/alle-modelle/nokia-n900
Plattform: Das Betriebssystem Maemo bringt gute Voraussetzungen für leistungsfähige Multi-Touch-Handys mit, wird allerdings bald durch Meego abgelöst (Verschmelzung der zwei Betriebssysteme Maemo und Moblin von Intel).
Windows Mobile: Ein neuer Anlauf mit der Version 7
Microsofts Windows Mobile ist fast zehn Jahre alt, hat sich aber nie durchgesetzt. Mit dem Erfolg des iPhones und der Android-Handys sinken die Verkaufszahlen von Handys mit Windows Mobile. Die Software ist gut für das Aktualisieren von Adressbuch, Agenda und Mails mit Windows-PCs, doch die Bedienung über kleine Symbole ist umständlich und oft nur über einen Stift möglich.
Nun arbeitet Microsoft an einer komplett neuen Version namens Windows Mobile 7, die nicht vor dem Herbst zu erwarten ist. Heutige Windows-Handys können vermutlich nicht auf Version 7 nachgerüstet werden. Im Vergleich zur Konkurrenz schlecht positioniert ist auch der Shop Windows Marketplace, wo erst wenige Anwendungen zu finden sind.
13. März 2010 | Claude Settele
