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Honig ist lange haltbar, gesund – und sogar als Heilmittel geeignet. saldo sagt, was Sie über Honig wissen sollten.
Woraus besteht Honig?
Zur Hauptsache aus Trauben- und Fruchtzucker. 15 bis 18 Prozent sind Wasser. Nur rund 1 Prozent machen Enzyme, Vitamine, Aminosäuren, Pollen, Aroma- und Mineralstoffe aus.
Wie entsteht Honig?
Die Biene sammelt mit ihrem Rüssel Nektar aus Blüten und Honigtau. Für 1 Kilogramm Honig muss sie drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen. Die Strecke entspricht sechs Erdumrundungen. Die Biene gibt dem Sammelgut körpereigene Säfte zu und wandelt es so in Flüssigkeit um.
Im Bienenstock übergibt sie diese an eine Stockarbeiterin. Diese Bienen schlagen den übernommenen Tropfen mehrfach hin und her, saugen ihn auf und lassen ihn wieder austreten. So wird der sehr wasserhaltige Nektar oder Honigtau eingedickt und mit Enzymen angereichert. Dann lagern die Bienen den Honig in Waben ein und verschliessen ihn. Jetzt kann der Imker ihn ernten.
Was ist der Unterschied zwischen Blüten- und Waldhonig?
Für Blütenhonig sammeln die Bienen Blütennektar, für Waldhonig dagegen Honigtau. Honigtau entsteht aus den Ausscheidungen gewisser Schild- und Blattläuse. Diese saugen Saft aus den Bäumen, verdauen ihn nur unvollständig und sondern den Rest in Form von süssen Tropfen ab. Daraus machen Bienen Waldhonig.
Gibt es reinen Sortenhonig? Bienen wissen ja nicht, was sie sammeln müssen.
Bienen konzentrieren sich stets auf eine bestimmte Pflanzenart, wenn sich ein lohnendes Angebot in der Nähe befindet. Kommt hinzu, dass nicht alle diese bevorzugten Pflanzen, sogenannte Trachtpflanzen, gleichzeitig blühen. Der Imker kann aufgrund der ungefähren Blütezeit die eingetragenen Nektarsorten gut bestimmen.
Was bedeutet die Bezeichnung kaltgeschleudert?
Kaltgeschleudert wird als Qualitätsmerkmal verwendet. Es bedeutet, dass der Honig mit Hilfe einer Schleuder bei Raumtemperatur von den Waben getrennt wird. Tatsache ist jedoch, dass es gar kein anderes Verfahren zur Honiggewinnung gibt. Eine Erwärmung der Waben wäre unsinnig, weil sie sich verformen würden. Imker reden daher bei Hinweisen wie «besonders wertvoll, da kaltgeschleudert» von Konsumententäuschung.
Wie lange ist Honig haltbar?
Honig ist verschlossen fast unbeschränkt haltbar. Man sollte ihn jedoch kühl und lichtgeschützt lagern (nicht im Kühlschrank), da Honig ein sehr hitzeempfindliches Lebensmittel ist. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius werden seine wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Enzyme oder Aminosäuren zerstört. Einmal geöffnet, sollte der Honig innerhalb von sechs Monaten konsumiert werden.
Ist kristallisierter Honig schlecht?
Nein. Jeder Honig ist klar und dickflüssig, wenn der Imker ihn aus den Waben schleudert. Und jeder natürliche Honig kristallisiert irgendwann. Honige mit einem grossen Anteil Fruchtzucker bleiben länger flüssig. Ist der Traubenzuckeranteil höher, kristallisiert er früher. Die Qualität des Honigs wird dadurch nicht beeinträchtigt. Durch Erwärmen im Wasserbad wird der Honig wieder flüssig. Das Wasser darf aber keinesfalls über 40 Grad warm sein.
Ist Honig auch ein Heilmittel?
Ja. Zahlreiche Studien belegen dies. Eine Studie der australischen University of Sydney hat gezeigt, dass manche Honigsorten bei der Behandlung von oberflächlichen Wunden und Infektionen effektiver wirken als Antibiotika. Kanadische Forscher der Universität Ottawa haben bewiesen, dass Honig bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen helfen kann, während herkömmliche Antibiotika die Bakterien in dieser Schleimschicht kaum bekämpfen können.
Offenbar wirkt Honig entzündungshemmend, weil der hohe Zuckeranteil bakterielle Zellen austrocknet und absterben lässt. Für die Behandlungen braucht es allerdings sterilen Honig, erhältlich in Apotheken. Auch bei Erkältungen leistet Honig gute Dienste. Gemäss einer amerikanischen Studie mit Kindern und Jugendlichen soll Honig sogar wirksamer sein als viele Hustenmittel.
Die Eltern berichteten von weniger Hustenattacken und einer verbesserten Schlafqualität ihrer Kinder nach der Behandlung mit Honig. Wichtig: Verabreicht man den Honig mit warmer Milch oder Tee, sollte man die Flüssigkeit auf unter 40 Grad abkühlen lassen, bevor man den Honig zugibt. Die Hitze zerstört sonst die wertvollen Inhaltsstoffe.
Darf man Säuglingen Honig geben?
Nein, das ist gefährlich. Babys bis zwölf Monate können die Bakterien noch nicht bekämpfen, die unbehandelter Honig enthält. Weil ihre Darmflora zu wenig ausgereift ist, kann es zu einer Lebensmittelvergiftung kommen – mit Lähmungen der Atem- und Schluckmuskulatur. Ältere Kinder und Erwachsene brauchen dank ihrer stabileren Darmflora keine Angst vor Krankheitskeimen in unbehandeltem Honig zu haben.
Dürfen Pollenallergiker Honig essen?
Manche Pollenallergiker verwenden Honig auch als Therapeutikum. Sie glauben, dass sie mit Honig aus der näheren Region eine Desensibilisierung gegen Heuschnupfen erreichen können. Auf Anfrage äussert sich das Schweizerische Zentrum für Allergie, Haut und Asthma jedoch kritisch zur Honigtherapie-Theorie, da es dazu kaum Zahlen oder Studien gibt. Im Gegenteil: Honig kann bei Pollenallergikern sogar allergische Reaktionen auslösen. Dies jedoch nur dann, wenn er genau jene Pollen enthält, auf die der einzelne Betroffene allergisch reagiert.
Wie kommt es, dass man immer wieder von Antibiotika im Honig hört?
In ausländischem Honig aus China oder Übersee finden sich teils Rückstände, weil Bienenkrankheiten dort mit Antibiotika bekämpft werden. Dies ist in der Schweiz verboten. Gefahr geht hier eher vom Antibiotikaeinsatz gegen Feuerbrand aus.
Auch für das Jahr 2010 hat das Bundesamt für Landwirtschaft den Einsatz des Antibiotikums Streptomycin gegen Feuerbrand bewilligt. Wenn die Bienen Nektar von Blüten behandelter Bäume sammeln, tragen sie das Antibiotikum in den Honig. Um zu vermeiden, dass verunreinigter Honig in den Verkauf gelangt, müssen Imker mit Bienenvölkern im Umkreis von drei Kilometern einer Obstplantage ihren Honig jeweils kontrollieren lassen.
Weist der Honig mehr als 0,01 Milligramm Streptomycin pro Kilogramm auf, wird er vernichtet. Allein 2008 waren dies 3,4 Tonnen.
27. Februar 2010 | Mirjam Fonti, Redaktion saldo
