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Artikel | K-Tipp 03/2010

Riskanter Job als «Handelsmanager»

In Inseraten und im Internet sucht die russische Firma Euroroute in der Schweiz «Handelsmanager». Die Polizei warnt: Hände weg von diesem Job!

Als «Handelsmanager» bis 3000 Franken pro Monat verdienen: Dieses Inserat der Firma Euroroute erschien kürzlich im «Tages-Anzeiger» und in anderen Zeitungen. Auf Insernet.ch ist die Ausschreibung noch immer zu finden. Darin sucht die russische Firma Euroroute «gewissenhafte» und «verantwortungsvolle» Personen.

Der Job wird wie folgt umschrieben: Als «Handelsmanager» nehmen Sie Pakete und Briefe entgegen und leiten sie ins Ausland weiter. Dafür werden Provisionen in Aussicht gestellt: für Pakete 30 Franken, für Briefe 10 Franken.

Was aber steckt hinter diesen Vermittlerdiensten? Viele Internet-Auktionen und Online-Geschäfte in der Schweiz liefern ihre Produkte nicht ins Ausland, weil der Aufwand für sie zu gross ist. Deswegen brauche es für diese Dienstleistung eben solche «Handelsmanager», heisst es bei Euroroute. Vor allem die Kunden in Russland und anderen osteuropäischen Ländern seien darauf angewiesen.

Um diesen Geschäften einen seriösen und quasi offiziellen Anstrich zu verleihen, schmückt Euroroute ihre Internetseite mit einem Ebay-Logo und verspricht einen Arbeitsvertrag. Davon hat man bei Ebay allerdings erst durch den K-Tipp gehört. Ebay will nun den Fall untersuchen.


Gutgläubige Personen werden zu Hehlern

Der Job als «Handelsmanager» ist alles andere als seriös: «Wer sich darauf einlässt, hilft Betrügern, ihre Spuren zu verwischen», warnt Chantal Billaud von der Fachstelle Schweizerische Kriminalprävention (SKP). Die Ware, die «Handelsmanager» umpacken und weiterversenden, ist höchstwahrscheinlich mit gestohlenen Kreditkartendaten bezahlt worden. Dies belegen laut SKP Fälle in Deutschland. Die Pakete enthalten meist teure Kameras oder Laptops.

«Die gutgläubigen Stellensuchenden sehen sich früher oder später mit polizeilichen Ermittlungen konfrontiert. Und ihren Lohn suchen sie meist vergeblich auf dem Konto», so Billaud. Tipp: Lassen Sie sich auf keinen Fall auf solche Angebote ein! Auch Drogen oder Waffen könnten sich in Paketen mit Ihrem Absender befinden. Wer wissentlich betrügerisch erlangte Ware weiterleitet, macht sich der Hehlerei schuldig.

In Deutschland verurteilte kürzlich das Amtsgericht Lörrach einen sogenannten «Handelsmanager» zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, wie der zuständige Staatsanwalt dem K-Tipp bestätigte.

06. Februar 2010 | Darko Cetojevic, Redaktion K-Tipp


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