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Artikel | K-Tipp 03/2010

Post: Teurer Versandhandel statt Service public

«600‘000 Produkte bequem per Mausklick»: Mit diesem Werbespruch mischt die Post im Online-Handel mit. Doch der Staatsbetrieb ist teils massiv teurer als die Konkurrenz.

Zahnbürsten, iPods und Kühlschränke statt Briefe und Pakete: Mit angeblich rund 600‘000 Artikeln betätigt sich die Post seit einiger Zeit auch als Internet-Verkäuferin. «Im Post-Shop finden Sie alles, was Ihr Herz begehrt: von Büchern, Filmen und Musik über Haushaltsartikel, Elektronik und Games bis zur Abenteuerreise», heisst es vollmundig auf der Website Postshop.ch. Das kommt nicht überall gut an: Laufend werden Postfilialen geschlossen, Porti erhöht und die Leerungszeiten der Briefkästen verschlechtert.

Viele Konsumenten würden es wohl klar vorziehen, wenn der Staatsbetrieb sich wieder auf sein eigentliches Kerngeschäft konzentrieren würde – statt Dienstleistungen abzubauen und gleichzeitig zu verteuern. Doch sind die Angebote im Internetshop der Post zumindest günstig? Gegen Vorauszahlung kann man die Artikel am Schalter, per Telefon oder Internet bestellen und sich nach Hause liefern lassen. Das ist zwar einfach, aber in vielen Fällen nur teuer. Das hat eine Stichprobe gezeigt. Der K-Tipp hat im aktuellen Werbeprospekt von Post-Shop zahlreiche Beispiele gefunden, bei denen  Käufer ein schlechtes Geschäft machen.


Viele Artikel gibt’s anderswo günstiger

Unter anderem sind einige Funktelefone, Laptops,  Fotodrucker, digitale Fotokameras, Staubsauger, Rasierapparate oder Heizlüfter zum Teil deutlich teurer als bei der Konkurrenz im Internet. Post-Pressesprecher Mariano Masserini sagt dazu: «Der Internethandel bietet der Post einen willkommenen Beitrag an die Finanzierung der Grundversorgung.» Und: «Die Post will kein Preisbrecher sein.»

Stossend auch: Bei manchen Produkten im PostShop wird weder Hersteller noch Modellbezeichnung ausgewiesen. Das zeigt das Beispiel «Backmaschine» aus dem «extra-Katalog» im Post-Shop. Ein Preisvergleich ist damit fast unmöglich. Immerhin: Bei einigen Produkten kann die Post preislich durchaus mit anderen Internetanbietern mithalten. So ist der Fernseher 32PFL7404H von Philips mit Fr. 799.– bei der Post gleich teuer wie beim Onlinehändler Digitec.ch. Gleiches gilt für den Radiowecker iLuv iMM153.
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06. Februar 2010 | Christian Birmele, Redaktor K-Tipp


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Kommentare (1)

 
  • Janus | 10.02.2010, 11:11

    Post-Versandhandel

    Muss das sein, dass sich die Post in den Detailhandel einmischt und so
    mithilft,dass der Detailhandel noch vollends aus den Fugen gerät?
    Beim heutigen Konkurrenzkampf ist es wirklich nicht nötig, dass
    ein privilegierter Bundesmonopolbetrieb versucht den ohnehin durch
    Grossverteiler schon stark gebeutelten privaten Detailhandel
    abzuwürgen mit dem Verkauf von Gerber-Fondue, Trottinets und
    weiss ich was.
    Mich interessiert im Besonderen, ob die Post auf Ihrem Gewinn, sofern
    sie überhaupt einen erwirtschaftet, den sie mit dem Versand
    erarbeitet, auch Steuern bezahlt und wieviel. Im weiteren möchte
    ich gerne wissen, ob die Post die Portogebühren für den
    Versand der Ware der Post auch wirklich abliefert, oder nur den Kunden
    verrechnet.
    Die Post sollte sich wirklich auf ihre eigentliche Aufgabe
    konzentieren, nämlich auf die Beförderung von Paketen und
    Briefen, und sich nicht in Geschäfte einmischen, die nicht zu
    ihren Aufgaben gehört!
    Der Versandhandel hat wirklich nichts mit Leistungsausbau zu tun!
    Theo Martin
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