SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | K-Tipp 02/2010

«Nie mehr Sunshine Touristik!»

Tolle Badeferien in Kroatien verspricht das Reiseunternehmen Sunshine Touristik. Eine Schweizer Reisegruppe erlebte das pure Gegenteil. Eine Betroffene berichtet.

Margrith Stöckli aus Alt St. Johann SG ist empört: «Nie wieder! Nie mehr Sunshine Touristik!», sagt sie. Zusammen mit ihrem Mann und 46 weiteren Schweizern verbrachte sie letzten Herbst Badeferien in Kroatien. Stöckli: «Es war eine Frechheit, was uns dort zugemutet wurde!» Sie und 30 Mitreisende haben bei der Wallisel-ler Firma reklamiert. Der K-Tipp weiss: Sunshine Touristik gibt immer wieder Anlass zu Klagen.

Bei Margrith Stöckli war der Auslöser ein Tombolalos: Sie hatte bei einem Unterhaltungsabend einen Feriengutschein von Sunshine Touristik gewonnen – für Badeferien an der Riviera von Opatija (Kroatien). Wert: 1199 Franken. Und als Zückerchen reise eine Begleitperson gratis.


Nichts war so wie angekündigt

Nach der Anmeldung für die Badeferien hiess es plötzlich, das Feriendomizil sei nun nicht mehr an der edlen Riviera, sondern an einem unbekannten Ort auf der Insel Krk, erinnert sich die Ostschweizerin. Sie intervenierte bei Sunshine Touristik: «Dort meinte man nur, das sei das Gleiche.» Andere Teilnehmer wurden ohne Rücksprache auf ein anderes Datum umgebucht. Wer nicht teilnehmen könne, verliere das eingezahlte Geld, drohte das Reisebüro.

Mit einem Car der Firma Kyburg Reisen aus Effretikon ZH ging es Anfang Oktober von Zürich Richtung Krk. Dort zeigte sich: Viele der in den Rei-seunterlagen aufgeführten Versprechen wurden nicht eingehalten:

  • Ausflüge: Aus sechs Exkursionen per Car wurde eine einzige. Stöckli: «Die Leute mussten wir selber dazu überreden. Hätten wir nicht 20 Personen gefunden, wäre auch der verbliebene Ausflug abgesagt worden.»
  • Reiseleitung: Eine Betreuung gab es nicht. Der Chauffeur fuhr nach der Ankunft zurück. Von da an war die Gruppe auf sich gestellt.
  • Hotel: Die Gruppe wurde nicht in dem Hotel einquartiert, das im Prospekt abgebildet war.
  • Pool: existierte nicht.
  • Hotel-Spielplatz: Zur Enttäuschung der Kinder waren alle Geräte bereits abmontiert.
  • Sport: Der versprochene Aktivurlaub war nicht möglich. Es gab keine Sport- und Freizeitangebote. Geöffnet war einzig ein Tennisplatz.
  • Restaurants: Das Hotel am Rande des Touristenorts Njivice war als einziges in Betrieb. Alle Geschäfte und Restaurants hatten bereits Winterpause.
  • Rückreise: Wegen Verspätung mussten sieben Teilnehmer aus der Ostschweiz nach zehnstündiger Carfahrt in Flüelen UR auf den Zug umsteigen. «Hätten wir die Sache nicht selber in die Hand genommen, wären wir an diesem Abend nicht mehr nach Hause gekommen», sagt Stöckli. Grund: Der Car fuhr zuerst nach Bern, wo ein Teil der Leute ausstieg. Den zweiten Aussteigeort in Zürich erreichte der Car gegen 24 Uhr.


30 Personen haben sich bei Sunshine Touristik schriftlich beschwert. Eine Antwort erhielten sie bis heute nicht. Auch die Intervention mit eingeschriebenen Briefen des K-Tipp nützte nichts. Sunshine Touristik und Kyburg Reisen blieben stumm.


Versandhauskunden: Aktuell lockt die Türkei

Das Deutsche Versandhaus Heine bietet Schweizer Kunden seit Anfang Jahr zwar eine günstige oder sogar kostenlose Ferienwoche in der Türkei an. Nur: Dazu gehören Ausflüge mit Besuchen in einem «Teppichknüpfinstitut», einer «Schmuckmanufaktur» oder einer «Leder-Modenschau». Bekanntlich handelt es sich dabei oft um Verkaufsveranstaltungen für überteuerte Ware.

Heine schreibt dazu: «Im Gegensatz zu Händler- oder Manufakturbesuchen, die Kunden individuell machen, können wir bei unseren Gruppenbesuchen Bedrängen (durch Verkäufer; Anm. der Red.) ausschliessen.» Trotzdem fügt Heine an, dass die Kunden «auf dieser Reise ein zweiwöchiges Rückgaberecht auf alle gekauften Artikel haben».

24. Januar 2010 | Darko Cetojevic, Daniel Jaggi


Beitrag als PDF
«Nie mehr Sunshine Touristik!»
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Naturheiler von Therapeutenliste gestrichen Von «Hokuspokus» bis «grob fahrlässig Druck auf Tränendrüsen
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten