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200 Franken für ein Langlaufwachs – das ist viel Geld. Für Hobbysportler lohnt sich dies nicht. Der Vergleich zeigt: Günstiges Wachs ist fast gleich gut.
Rund 350'000 Hobbyläufer, 5500 Kilometer Loipen, 150 Langlauf-Organisationen – der Langlauf-Sport boomt in der Schweiz. Das spüren vor allem die Langlaufschulen. Nicht nur in Kurse und Material wird investiert, sondern auch ins Präparieren der Ski. Die Preisspanne ist enorm: zwischen 18 Franken für ein Flüssigwachs und 200 Franken für ein Spezialprodukt.
Der Kassensturz liess Heisswachs, Flüssigwachs und Wachs in Pulverform des Marktleaders Toko von 92 Personen testen. Dabei wusste keiner der Teilnehmer, womit die Ski präpariert waren. Fazit: Das teure Wachs ist nur Spitzensportlern und Wettkampfläufern zu empfehlen, bei denen jede Sekunde zählt. Der durchschnittliche Läufer spürt die Unterschiede viel weniger.
Die meisten Läufer beim zweitägigen Test bezeichneten sich als fortgeschritten, 30 als Anfänger oder Gelegenheitssportler. Sämtliche Teilnehmer bewerteten das teuerste Produkt, das Fluorpulver Jetstream, als bestes Wachs. Allerdings: Das Flüssigwachs Express Pocket ist viel günstiger und schnitt im Test ebenfalls gut ab. Gleiches gilt für das Heisswachs All-in-one (siehe Tabelle im pdf-Artikel).
Zum Vergleich mussten die Testpersonen die 200 Meter lange Strecke auch mit ungewachsten Ski zurücklegen. Fast alle spürten hier einen deutlichen Unterschied. Die unpräparierten Ski wurden als die langsamsten bewertet.
Jetstream: 40 Franken für eine Anwendung
Bei der Bewertung der Produkte zeigt sich, dass der Unterschied zwischen dem teuren Wachs und den beiden günstigen Präparaten nicht besonders gross ist: Testsieger Jetstream schaffte nämlich nur gerade 7,9 von maximal zehn Punkten. Die beiden anderen Wachse erhielten 7,1 beziehungsweise 6,9 Punkte und wurden damit als nur unwesentlich schlechter eingestuft.
Der Preisunterschied zwischen dem Fluorpulver und den anderen Wachsen ist hingegen enorm. Jetstream ist elfmal so teuer. Umgerechnet auf eine einmalige Anwendung kostet das Präparieren der Ski mit dem Pulver knapp 40 Franken. Beim zweitrangierten Flüssigwachs ist es etwas mehr als 1 Franken.
Servicemann Mario Denoth, zuständig für die schnellen Ski von Weltcupsieger Dario Cologna, rät, die Langlauflatten regelmässig zu wachsen: «Dadurch werden sie auch gepflegt und halten länger.» Wachsen hält er bei beiden Techni-ken, klassisch und Skating, für genau gleich wichtig. Anfängern rät Denoth: «Die Investition in eine Langlauf-Stunde ist sicher auch empfehlenswert. Weil man mit einer guten Technik viel herausholen kann. Material und Technik spielen beim Langlauf zusammen.»
24. Januar 2010 | Adrian Zehnder, Daniel Jaggi
