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Wer Schweizer Eier in der Migros kauft, kann nun feststellen, woher sie stammen. Aber erst nach dem Kauf. Und nur, wenn der Lieferant die Eier sauber stempelt.
Auf dem Bauernhof von Familie Manser in Appenzell dürfen «die Hennen ganz sie selber sein». In Neuenegg BE nimmt Fritz Herren seine Legehennen in den Arm. Und Florian Räss aus Hosenruck TG «baut eine Beziehung zu seinen Tieren auf». Das erfahren Migros-Kunden, die Schweizer Eier kaufen. Neuerdings können sie den Hersteller-Code, der auf die Eier aufgedruckt ist, im Internet eintippen (unter www.migros.ch/Eier). So erfahren sie, woher die Eier stammen. Zum Beispiel von einem der drei erwähnten Bauernhöfe.
Zu sehen sind Bilder von idyllischen Höfen. Und zu lesen gibts Porträts der Bauernfamilien. Sehr informativ sind sie jedoch nicht. Und zum Teil machen sie misstrauisch. Florian Räss’ Beziehung zu seinen Tieren dürfte jedenfalls nicht sehr intensiv sein – er hat 8500. Und Fritz Herren nimmt kaum jede Henne in den Arm – es wären 10‘000.
Die Migros sagt, ihre Kundschaft möchte wissen, «woher die Eier stammen und wie die Legehennen gehalten werden». Deshalb sorge sie für Transparenz. Aber die Sache hat ein paar Haken:
Konkurrenz plant keinen solchen Service
Angaben zu den Lieferanten könnten aus «technischen Gründen» nicht auf die Verpackung gedruckt werden, sagt Weibel. Denn die Bauern liefern die Eier unverpackt. Und ausländische Produzenten lassen sich laut Migros dann nicht identifizieren, wenn sie neu sind oder nicht im Internet erscheinen wollen.
Die Konkurrenz plant übrigens keinen vergleichbaren Service – weder Coop noch Denner. Coop-Sprecher Nicolas Schmied sagt, Betriebsnummer, Haltungsform und Herkunftsland seien von Gesetzes wegen aufgedruckt. Wer erfahren möchte, wer der Eierproduzent ist, könne sich einfach bei Coop erkundigen.
24. Januar 2010 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp
