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Artikel | K-Tipp 01/2010

Schlange stehen ist oft klüger

Nun gibts Skiabos auch bei Billett-Vorverkaufsstellen im Internet. Und erst noch mit Rabatt. Doch die Angebote sind tückisch.

Ein Ehepaar möchte mit seinen vier Kindern am Samstag in Grindelwald BE Ski fahren. Der Vater kauft die Skiabos am Vortag bei www.ticketportal.ch. Er freut sich, dass ihm Ticketportal.ch 3 Prozent Rabatt gewährt. So zahlt er für die ganze Familie Fr. 230.80 statt Fr. 238.–. Doch er freut sich zu früh. Denn er erfährt beim Kauf per Internet nicht, dass Kinder in Grindelwald samstags immer gratis fahren. Hätte er die Skiabos an der Bergbahnkasse gekauft, hätten ihn die Angestellten darauf aufmerksam gemacht. Und er hätte total nur Fr. 118.– bezahlt. Immerhin: Nach der Kritik des K-Tipp platzierte Ticketportal.ch einen kleinen Hinweis auf die Gratis-Kinder-Tageskarten.

Zwei grosse Billett-Vorverkaufsstellen bieten Skiabos im Internet an: Ticketcorner und Ticketportal. Sie werben mit günstigen Preisen. «Mehr Ski für weniger Geld», lautet einer der Slogans. Die Rabatte bei den beiden Anbietern betragen je nach Ort und Datum bis zu 22 Prozent. Trotzdem sind diese Vorverkaufsstellen nicht immer günstiger. Denn Grindelwald ist kein Einzelfall:

Ticketportal.ch

  • Keine Jugend- und Seniorenrabatte für Zermatt VS.
  • Für Feldis GR: kein Familienrabatt. Es gab nicht einmal Kinder-Tageskarten. Bis der K-Tipp reklamierte.
  • Zum Teil fehlen Angaben zu Alterslimiten. Ärgerlich für Leute, die z. B. Kinder-Tageskarten für Villars VD kaufen. Denn dort fahren Kinder bis und mit neun Jahren gratis.


Ticketcorner.ch

  • Kein Rabatt für GA-Besitzer, wenn sie Tageskarten für Wildhaus SG kaufen.
  • Für Junior- und Enkelkarten-Besitzer kein Rabatt für Meiringen BE.
  • Keine Familienrabatte für Adelboden BE, Braunwald GL, Lenk BE oder Melchsee-Frutt OW.
  • Wer nur einen Teil der 4 Vallées VS befahren möchte, sucht die entsprechenden günstigen Abos vergeblich. Es gibt nur solche fürs ganze Gebiet.
  • Tipp: Annullationskosten-Versicherung wegklicken: Sie kostet Fr. 3.–.


Ticketcorner und Ticketportal schieben die Verantwortung für fehlende Vergünstigungen ab: «Technisch gesehen können wir die ganze Bandbreite an Rabatten und Vergünstigungen abbilden», schreibt Ticketcorner. «Es ist jedoch den Bahnen überlassen, welche Angebote sie über unsere Kanäle anbieten wollen.» Ähnlich tönts bei Ticketportal. Die Bergbahnen argumentieren, dass im Internet Rabatt-Berechtigungen kaum kontrolliert werden können. Zudem sei das Angebot neu – und könne noch ausgebaut werden.


So funktionierts

  • Wer sein Skiabo im Internet kaufen möchte, braucht einen Datenträger: Bei Ticketcorner sind dies Ticket-Supercards, Ticket-Postcards, Swatch-Uhren mit Snowpass-Funktion oder Ticketcorner-Mitgliederkarten. Ticketcorner hat Abos für 65 Schweizer Skigebiete im Sortiment. Bei Ticketportal benötigt man spezielle Cumulus-Karten mit Chip, Access-Kreditkarten der Cornèr Bank, Ticketportal-Klubkarten oder neuste Key-Cards. Ticketportal bietet Abos für 9 Gebiete an.
  • Der Kunde wählt ein Skigebiet aus sowie das gewünschte Abo, gibt die Nummer des Datenträgers an und zahlt. Danach dauert es etwa eine Viertelstunde, bis der Datenträger freigeschaltet und einsetzbar ist.
  • Zahlung: Bei Ticketcorner: per Kreditkarte, Postcard oder gegen Rechung (plus Fr. 6.–). Bei Ticketportal nur per Kreditkarte.

10. Januar 2010 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp


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