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In Deutschland starb ein Neugeborenes, weil seine Mutter während der Schwangerschaft Tee mit Beinwell getrunken hatte. Der Gesundheitstipp sagt, auf welche Kräuter werdende Mütter besser verzichten.
Vergangenen Mai starb im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ein Baby kurz nach der Geburt. Seine Leber war stark geschädigt. Der Grund: Die Mutter hatte während der Schwangerschaft täglich eine Tasse «Gesundheits-Tee» mit Beinwell getrunken, den sie im Internet bestellt hatte. Für das Ungeborene war das Kraut fatal: Es hatte seine Leber zerstört. In der Schweiz ist die innerliche Anwendung von Beinwell generell nicht zugelassen. Es gibt noch viele weitere Arzneipflanzen, die schwangere Frauen nicht einnehmen dürfen (siehe unten). Dazu gehören Huflattichblätter, Eisenkraut, Sennes, Wacholderbeeren und Wermutkraut.
«Einige Pflanzen können zu einer Fehlgeburt führen»
Beatrix Falch, Apothekerin und Fachfrau für Pflanzenmedizin, sagt: «Einige dieser Pflanzen können den Fötus schädigen, andere zu einer Fehlgeburt führen.» Besonders riskant ist die Einnahme der Pflanzen im ersten Drittel der Schwangerschaft. Dann befindet sich die Organbildung des Embryos in einer heiklen Phase.
«Ausschlaggebend sind aber auch die Menge und die Dauer, während der die Schwangere die Arzneipflanzen zu sich nimmt», sagt Falch. So gilt für Pflanzen, die man als Küchenkräuter oder Gewürz verwendet: Hie und da kleine Mengen im Essen schaden nicht. Das gilt zum Beispiel für Rosmarin, Salbei, Basilikum, Petersilie, Bohnenkraut, Estragon und Muskat. Beatrix Falch: «In grösseren Mengen können sie aber abtreibend wirken.» Bei diesen Kräutern sollten Schwangere also zurückhaltend sein.
Bei Hustentee mit Huflattich hingegen kann schon eine Tasse täglich während fünf Tagen zu viel sein, so Gesundheitstipp-Arzt Thomas Walser. Huflattich enthält wie Beinwell einen Stoff, der beim Ungeborenen die Leber schädigt. Das gilt in erster Linie für die Pflanzen aus unkontrolliertem Wildwuchs. Apotheken und Drogerien verkaufen als Arzneimittel nur speziell gezüchtete Kräuter. Diese enthalten fast nichts mehr vom riskanten Stoff. Beatrix Falch rät schwangeren Frauen: «Kurieren Sie sich nicht auf eigene Faust. Auch bei rezeptfreien Mitteln und Tees sollten Sie immer zuerst eine Fachperson fragen.»
Tipps: Schwanger: Vorsicht bei diesen Pflanzen
29. November 2009 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp
