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Artikel | Haus & Garten 04/2009

Ein schöner Garten trotz Schnee und Eis

Manche Gärten sehen im Winter trist aus. Das muss nicht sein. Mit der richtigen Wahl der Pflanzen und guter Planung kann ein Garten das ganze Jahr Freude bereiten.

Wird es Frühling, dann spriessen im Garten die Blumen und Sträucher. Und der Sommer ist ein wahres Feuerwerk an Farben. Doch im Herbst und Winter herrscht in manchen Gärten Tristesse. Der Grund: Die kalte Jahreszeit geht bei der Gartenplanung oft vergessen. «Beim Frühjahrseinkauf in der Gärtnerei wählt man vor allem Gehölze und Stauden, die gerade blühen», bestätigt Andreas Schedler, Gärtnermeister in der Baumschule Hauenstein in Rafz ZH. Dabei lässt sich jeder Garten so gestalten, dass er rund ums Jahr die Sinne erfreut. Wichtig sind dabei folgende Aspekte:

  • Den Raum aufteilen: Mehrere unterschiedliche Gartenbereiche und Niveau-Unterschiede, also Terrassierungen oder Absenkungen, verleihen einem flachen Grundstück ein interessantes Raumerlebnis.
  • Die Strukturen betonen: Strukturen realisiert man im Winter stärker, da die Fülle der Blätter fehlt. So sind zum Beispiel Gärten mit geschnittenen Buchshecken als Beeteinfassung auch während der kalten Jahreszeit schön anzusehen.
  • Für Kontraste sorgen: Kleinkronige oder säulenförmige Bäume eignen sich dafür besonders gut. Auch Hecken, Rosenbögen und Steinmauern schaffen spannende Kontraste.

 

Wichtig ist aber vor allem die richtige Wahl der Pflanzen – damit man auch im Winter nicht auf Blüten- oder Blattschmuck verzichten muss.
Immergrüne Gehölze: Eibe, Buchs oder Thuja bringen vor allem im Winter Farbe in den Garten. Damit darf man jedoch nicht übertreiben. Sonst wirkt der Garten im Frühling und Sommer zu gleichförmig.
Laubabwerfende Gehölze: Bäume und Sträucher, die im Herbst ihre Blätter verlieren, zeichnen sich oft durch eine malerische Wuchsform aus, die im Winter einen Blickfang darstellt.

  • Mehrjährige Stauden: Die meisten Pflanzen blühen von Mai bis September. Mit einer durchdachten Auswahl an Blütenstauden kann diese Zeitspanne jedoch problemlos verlängert werden (siehe unten).
  • Zwiebelblumen: Zu der Gruppe der Zwiebelblüher zählen zahlreiche Blumen, die sehr früh im Jahr blühen, wie etwa der Winterling und das Schneeglöckchen, die den Start ins Gartenjahr bereits im Februar einläuten. Herbstkrokus und Herbstzeitlose sorgen bis im November für Farbtupfer im Garten. «Da man sich während der kalten Jahreszeit eher selten im Garten aufhält, sollten diese Pflanzen an Stellen gesetzt werden, die vom Haus aus gut sichtbar sind», rät Gärtnermeister Schedler.
  • Struppiger Rasen, kahle Äste und triste Beete: Der winterliche Garten ist meist alles andere als einladend. Dabei hat die Natur auch bei Minustemperaturen etwas zu bieten:
  • Gehölze mit aussergewöhnlicher Rindenstruktur: «Zahlreiche Ziersträucher verfügen über eine interessante Struktur und Färbung der Rinde, die im Winter besonders gut zur Geltung kommt», sagt Schedler. Der Spindelstrauch, der Amberbaum oder der Feldahorn zeigen zum Beispiel eine ausgeprägte Korkleistenbildung am Holz. Auch die Stammoberfläche von Birke und Zimtahorn, deren Rindenstücke sich abrollen, ist ein attraktiver Schmuck im Winter.
  • Winterblühende Gehölze: Im Dezember trumpft die Natur bereits wieder mit den ersten Blüten auf. Der Winterschneeball entfaltet selbst unter einer leichten Schneedecke seinen rosafarbenen Flor. Bald darauf folgen die Zaubernuss mit ihren strahlenförmigen gelben Blüten und die Winterblüte mit ihren intensiv duftenden Blütenglöckchen.
  • Stauden mit attraktiven Fruchtständen: Die Samenstände von Stauden stellen im Winter einen besonderen Schmuck dar, weil sie dann oft von Raureif überzogen sind. Deshalb sollte man die Fruchtstände von Doldenblütlern, etwa Gewürzfenchel, aber auch Ziergräser stehen lassen.


Neue Ideen aus historischen Gärten

Auch im Winter lohnt sich der Besuch von öffentlichen Gärten und Parks. Hier lassen sich viele Ideen sammeln, wie man den eigenen Garten im Winter einladend gestalten kann. Diese Gärten zeigen sich auch ausserhalb der Blütezeit attraktiv:


Attraktive Pflanzen im Winter

Winterblühende Gehölze mit schöner Wuchsform

  • Fleischbeere (Sarcococca confusa), Blüte: weiss, Januar bis März; schwarze Früchte
  • Zaubernuss (Hamamelis intermedia), Blüte: gelb, Januar bis Februar
  • Winterschneeball (Viburnum bodnantense), Blüte: rosa, Dezember bis März
  • Winterblüte (Chimonanthus praecox), Blüte: gelb-purpur, November bis Februar

 

Winter- und frühjahrsblühende Stauden

  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), einheimisch, Blüte: grünweiss, Februar bis April
  • Nieswurz (Helleborus argutifolius), immergrün, Blüte: gelbgrün, März bis April
  • Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Blüte: weiss, Februar bis März
  • Winterling (Eranthis hyemalis), Blüte: gelb, Februar bis März

 

Bäume mit schöner Rindenmusterung

  • Zimtahorn (Acer griseum), Rinde: schuppig, braun, Herbstfärbung: purpurrot
  • Schlangenhaut-Ahorn (Acer rufinerve), Rinde: weiss gestreift, Herbstfärbung: rot
  • Himalaja-Birke (Betula utilis «Doorenbos»), Rinde: weiss-grau, Herbstfärbung: goldgelb
  • Korallenhartriegel (Cornus alba «Sibirica»), Rinde: rot, Herbstfärbung: rotbraun


Gehölze mit schöner Blüte, Beere oder Herbstfärbung

  • Zierapfel (Malus-Hybriden «Evereste»), Blüte: weiss, Mai; orangerote Früchte
  • Schönfrucht (Callicarpa bodinieri «Profusion»). Blüte: lila, Juli bis August; dunkelviolette Früchte
  • Federbuschstrauch (Fothergilla gardenii), Blüte: cremeweiss, April bis Mai, Herbstfärbung: von goldgelb über orange bis rot

 

Stauden mit attraktiven Samenständen

  • Sonnenhut (Echinacea purpurea), Blüte: purpurrosa, Juli bis September
  • Eisenkraut (Verbena bonariensis), Blüte: violettlila, Juli bis Oktober
  • Königskerze (Verbascum bombyciferum), Blüte: gelb, Juli bis August
  • Kugeldistel (Echinops ritro) Blüte: hellblau, Juli bis September

 

Gräser

  • Reitgras (Calamagrostis acutiflora «Karl Foerster»)
  • Pampasgras (Cortaderia selloana)
  • Federborstengras (Pennisetum alopecuroides «Hameln»)
  • Blutgras (Imperata cylindrica «Red Baron»)

22. November 2009 | Helen Weiss


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