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Artikel | Haus & Garten 04/2009

So geht Ihnen das richtige Licht auf

Die Auswahl an Leuchtmitteln ist riesig – die Verwirrung leider auch. Haus & Garten zeigt, worauf Sie achten müssen, damit Ihr Heim im besten Licht erstrahlt.

Wer Lampen kaufen will, versteht schnell einmal nur Bahnhof: Leuchtmittel gibt es viele, doch welches eignet sich für welchen Zweck am besten? Zuerst einmal sollten Sie sich an die korrekten Begriffe gewöhnen: Was im allgemeinen Sprachgebrauch als Lampe bezeichnet wird, ist im Fachjargon eine Leuchte. Die Lampe ist dagegen das Leuchtmittel selbst.

Vier Arten von Lampen eignen sich für den Hausgebrauch: Glühlampen (Glühbirne), Halogen-/Eco-Halogen, LED-Leuchten und Energiesparlampen. Jedes Leuchtmittel hat seine Vorteile, aber auch Nachteile (siehe Übersicht im pdf-Artikel). Glühlampe: Der Oldtimer ist bereits ein Auslaufmodell (siehe Seite 29 «Glühbirne ade!»). Der Grund: Die Glühlampe wandelt 95 bis 97 Prozent der zugeführten Energie in Wärme und nicht in Licht um. Weiterer Nachteil: Die Lebensdauer ist mit rund 1000 Brennstunden (42 Tage) die tiefste aller Leuchtmittel.

Doch der Klassiker hat auch Vorteile: So erreicht das Licht den maximalen Wert von 100 auf der Farbwiedergabe-Skala. Das heisst, die Farben der Umgebung werden so wiedergegeben wie unter Tageslicht. Weitere Pluspunkte: Mit Glühlampen kann sowohl punktuell wie auch diffus beleuchtet werden. Auch Dimmen ist möglich.


Halogen

Das Leuchtmittel eignet sich durch sein punktuelles Licht, um Akzente zu setzen – etwa, um ein Bild hervorzuheben. Es macht sich auch gut als Deckenfluter und in Bereichen, wo eine grosse Leistung gefragt ist. Halogenleuchten sind dimmbar und eine Weiterentwicklung der Glühlampe. Sie punkten durch enorme Lichtstärke und brillant-weisses Licht. Die Farbwiedergabe ist mit einem Wert von 100 exzellent, die Abwärme mit 93 Prozent jedoch eher hoch. Halogenlampen gibt es als Hochvoltgeräte für die normale Netzspannung oder als Niedervoltgeräte mit Transformator. Aufgepasst: Das hat keinen Einfluss auf den Stromverbrauch.


Eco-Halogen

Für diese Leuchtmittel gelten die gleichen Einsatzgebiete wie bei der Halogenlampe. Eco-Halogenlampen, häufig auch mit «minus 30 Prozent» gekennzeichnet, sind die energiesparenden Nachfolger der normalen Halogenlampen. Hier sorgt eine Infrarotbeschichtung dafür, dass die Wärme reflektiert und besser genutzt wird. Bei gleicher Lichtleistung ist der Energieverbrauch um 30 Prozent tiefer als bei herkömmlichen Halogenlampen.


LED

Die Leuchtdioden (engl. Light Emitting Diodes) eignen sich als Lese- oder Arbeitslampe und als Spot bis 35 Watt. Da sie an der Vorderseite nicht heiss werden und nur sehr kleine Installationen benötigen, können sie gut als Schienen in und an Schränken verwendet werden. LEDs machen sich auch gut als dekorative Boden- oder Wandeinbauleuchten. Leuchtdioden sind das Leuchtmittel mit dem grössten Potenzial für die Zukunft: Ihre Entwicklung ist nämlich nicht ausgeschöpft.

So galten die Winzlinge bis vor kurzem als leistungsschwach, mittlerweile haben sie aufgeholt. Ihre Vorteile: Sie verbrauchen wenig Energie und leben mit bis zu 50 000 Brennstunden (über 2000 Tage) extrem lange. Zudem geben sie Abwärme nur nach hinten ab, der Lichtstrahl selbst bleibt kalt. Die Nachteile: Gute Produkte sind teuer, günstige Angebote hingegen oft von minderer Qualität. Bei der Farbwiedergabe werden Werte bis 95 erreicht.

Am besten halten Sie im Laden die Hand unter den Lichtstrahl, um zu prüfen, ob der Hautton natürlich wirkt. Als Weisston empfehlen sich Warmweiss (2700 bis 3000 Kelvin) oder Neutralweiss (3500 bis 4000 Kelvin). Kaltweiss (über 5000 Kelvin) wird als unangenehm empfunden. Dimmer  sind aber noch keine erhältlich.    


Energiesparlampe

Sie eignet sich gut für die Grundbeleuchtung eines Raumes, zum Beispiel in geschlossenen oder halbgeschlossenen Decken-, Pendel- oder Wandleuchten. Energiesparlampen sind wegen des diffusen Lichts nicht als Spot und nicht zum Dimmen geeignet (Licht wird bläulich). Auch als Nachttischlampe oder Leseleuchte sollten Energiesparlampen nicht eingesetzt werden, denn sie erzeugen Elektrosmog. Da die Farbwiedergabe reduziert ist, empfiehlt sich eine Kombination mit anderen Leuchtmitteln wie Halogen. Die Energiesparlampe macht ihrem Namen alle Ehre: Sie produziert bei gleichem Energieverbrauch fünfmal mehr Licht als eine Glühlampe. Entsprechend tief ist der Anteil Abwärme mit 75 Prozent. Damit man jedoch wirklich Freude an diesem Leuchtmittel hat, sollte man einige Kniffe beachten:

 

  • Wie lange eine Sparlampe hält, hängt entscheidend davon ab, wie oft sie ein- und ausgeschaltet wird. Dieser Wert wird jedoch gerade bei schwächeren Modellen von den Herstellern nicht angegeben. Als Faustregel gilt: Keine Sparlampen mit einer Lebensdauer unter 12‘000 Stunden kaufen (entspricht 30‘000 Schaltungen). Insgesamt halten Sparlampen jedoch deutlich länger als Glüh- oder Halogenlampen.
  • Ein weiteres Problem ist die Aufstartzeit einer Sparlampe: So dauert es 40 bis 120 Sekunden, bis die volle Lichtstärke erreicht ist. Am schnellsten hell sind stäbchenförmige Modelle, am langsamsten solche in Birnenform.
  • Auch bei der Wahl des Weisstons sollte man aufpassen: Die Farben Komfort-Warmweiss (2500 Kelvin), Warmweiss (2700 Kelvin) oder Neutralweiss (4000 Kelvin) eignen sich für den Hausgebrauch.
  • Ein weiteres Manko ist die Farbwiedergabe: Hier schneiden Energiesparlampen im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln am schlechtesten ab.

Zum Schluss einige Tipps, wie Sie die grossen Energieverbraucher – Glüh- und Halogenlampen – ohne Lichtverlust ersetzen können. Denn fast für jeden Zweck gibt es Alternativen, die das Portemonnaie und die Umwelt schonen.


Glüh- und Halogenlampen clever ersetzen

  • Glühlampen: Sie lassen sich problemlos gegen Energiesparlampen austauschen. Dabei muss die Leuchte nicht gewechselt werden, denn Glüh- und Energiesparlampen haben in der Regel das gleiche Gewinde. Weitere Möglichkeiten: Arbeits- und Leseleuchten mit Glühlampen können gegen LED-Modelle ausgetauscht werden.
  • Halogen: Halogen-Deckenfluter, aber auch Wandleuchten lassen sich problemlos durch Leuchten mit Eco-Halogenlampen oder Leuchtstoffröhren ersetzen. Bei Halogen-Spots und in Möbeln eingebauten Leuchten sind LEDs eine gute Alternative.


Beleuchtungskonzept: Wohnräume ins richtige Licht gerückt

Die Beleuchtung trägt wesentlich zur Wohnatmosphäre bei. Dabei ist zu berücksichtigen, welchen Zweck das Licht erfüllen soll:

 

  • Raumlicht: Dient der Orientierung und Übersicht. Raumlicht ist überall dort angebracht, wo ein Raum auf einen Blick erfasst werden soll. Klassische Einsatzorte sind Treppenhaus und Flur, je nach Bedarf Bad, Küche, Wohn- und Schlafzimmer. Geeignet sind Leuchten, die nach allen Seiten Licht abgeben, oder solche, die indirekt beleuchten– also Wand oder Decke anstrahlen.
  • Zonenlicht: Im Haushalt gibt es oft Tätigkeiten, die spezielles Licht benötigen, sei es Essen, Lesen im Bett oder Arbeiten am Schreibtisch. Zonenlicht bringt Helligkeit gezielt dorthin, wo sie gebraucht wird. Diese Funktion erfüllen Spots, Pendelleuchten oder auch Leselampen.
  • Stimmungslicht: Es verbreitet eher ein diffuses Leuchten, als dass es den Raum erhellt. Stimmungslicht sorgt für eine behagliche Atmosphäre. Dafür sorgen zum Beispiel Tischleuchten und Einbaustrahler im Boden.

 

Eine einzelne helle Leuchte genügt in der Regel nicht, um einen Raum optimal zu beleuchten. Zudem wirken gleichmässig ausgeleuchtete Zimmer schnell einmal ungemütlich und langweilig: Jeder Raum braucht deshalb ein dem Zweck angepasstes Beleuchtungskonzept. Ideal ist ein Leuchten-Mix: So sorgen zum Beispiel im Wohnzimmer ein Deckenfluter für Raumlicht und eine Tischleuchte auf Kommoden für Stimmungslicht. Zonenlicht bringen eine Pendelleuchte über dem Esstisch und eine Leselampe beim Sofa.


Glühbirne Ade!

Die über 100 Jahre alte Glühlampe hat bald ausgedient: Bereits seit Januar sind in der Schweiz Glühlampen der schwächsten Effizienzklassen F und G verboten. Davon ausgenommen sind unter anderem Exemplare für Haushaltgeräte oder für Dekorationszwecke. Am 1. September 2010 wird die Schweiz das Glühlampenverbot der EU übernehmen. In den EU-Ländern gilt es bereits. Es sieht den schrittweisen Ausstieg aus der Glühlampentechnologie vor. Bis 2016 sollen alle Lampen, die nicht den Klassen A oder B entsprechen, vom Markt verschwunden sein.


Spartipps, Produktinfos

Im Internet finden Sie weitere Informationen zu Leuchtmitteln  und Tipps zum Energiesparen:

 

22. November 2009 | Sabine Knosala, Haus+Garten


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Kommentare (1)

 
  • GEOSANO | 01.04.2010, 21:29

    Leuchten ohne Elektrosmog

    Findet man unter www.elektrosmogfrei.ch
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
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