|
(0) |
Kommenden Winter würden die Skiabos nicht teurer, versprach der Seilbahnen-Verband. Das ist falsch. Den Beweis liefert der K-Tipp mit seinem Preisvergleich.
Zu früh gefreut! Mitte Oktober hatten sich Skifahrerinnen und Skifahrer schon Hoffnungen gemacht, dass ihre Portemonnaies diesen Winter geschont würden. Denn Peter Vollmer, Direktor des Seilbahnen-Verbandes, hatte angekündigt: «Es wird eine Nullrunde geben.» Begründung: Die Seilbahnbranche habe in den letzten zwölf Monaten von der Wirtschaftskrise profitiert. Feriengäste seien nämlich vermehrt in den Schweizer Alpen geblieben. «Grosse Preissprünge sind darum nicht zu erwarten.»
Es hätte noch zwei weitere Argumente für stabile Preise gegeben: Der letzte Winter war derart schneereich, dass die Bergbahn-Betreiber Rekordumsätze verzeichneten. Und sie sparten viel Geld, weil sie nicht ständig Schneekanonen einsetzen mussten.
Wochenabos für Kids in 25 Gebieten teurer
Doch zur Hoffnung auf stabile oder gar rückläufige Preise besteht kein Anlass. Das zeigt der K-Tipp-Preisvergleich. Geprüft wurden 40 grosse Schweizer Skigebiete (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Dabei zeigte sich:
Und wie sieht es bei den Kindern aus? Roger Baumann, Sprecher des Seilbahnen-Verbandes, hatte Mitte Oktober gesagt: «Bei den Preisen für Kinder gibt es verbreitet Reduktionen.» Der K-Tipp hat die Preise für 14-Jährige verglichen – und kommt zu einem anderen Schluss: In 16 Skigebieten werden die Tageskarten für Kinder teurer. Günstiger werden sie nur in einem. Gar in 25 Skigebieten schlagen die Wochenkarten auf. In drei Gebieten werden sie preiswerter.
Mit diesen Befunden konfrontiert, schrieb der Seilbahnen-Verband dem K-Tipp: «Wir erachten die Preiserhöhung gesamthaft als marginal und haben deshalb von einer Nullrunde gesprochen.» Der Verband habe die Preise bei 81 Bahnen erhoben. Der K-Tipp habe offenbar andere Skigebiete berücksichtigt. Nur: Im vorliegenden Preisvergleich sind die grossen Schweizer Skigebiete alle dabei. Und das Resultat ist eindeutig. Die durchschnittliche Teuerung bei Tageskarten für Erwachsene beträgt 1,4 Prozent, bei Wochenkarten sogar 2 Prozent. Und dies, obwohl der Index der Konsumentenpreise im gleichen Zeitraum bei minus 0,9 Prozent lag.
Aber es geht auch anders: Einige wenige Skigebiete treten mit veritablen Kampfpreisen an. In Lungern OW gibts das Jahresabo für Fr. 280.– (Erwachsene) beziehungsweise Fr. 190.– (bis 21 Jahre). Bestellung über die Migros Luzern. Am Pizol kostet die Tageskarte werktags in der Nebensaison Fr. 29.95. Das entspricht einem Rabatt von 41 Prozent.
17 Möglichkeiten, Geld zu sparen
Internet und Prospekte enthalten häufig nur unvollständige Tarifangaben. Fragen Sie deshalb am Schalter nach folgenden Rabatten:
Der K-Tipp beobachtet die Preise in den Schweizer Skigebieten seit vielen Jahren. Das ermöglicht Vergleiche über längere Zeiträume. Zum Beispiel mit dem Winter 2001/2002. Und da zeigt sich: Die meisten Bergbahnen langten seither übermässig zu. Die allgemeine Teuerung betrug in den acht Jahren nämlich 7,8 Prozent:
21. November 2009 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp
