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Artikel | K-Tipp 20/2009

Formaldehyd statt Natur

Kosmetikfirmen werben gern mit Begriffen wie «natürlich», «pflanzlich» und «biologisch». Doch Labortests zeigen: Darauf kann man sich nicht verlassen. Eine Übersicht.

Wer glaubt, er tue seinem Körper mit Naturkosmetika nur Gutes, kann sich täuschen. Auch wenn «natürlich», «pflanzlich» oder «biologisch» auf der Verpackung steht, können heikle Substanzen in den Produkten stecken. Das Problem: Für Naturkosmetika gibts keine Mindestanforderungen. Der K-Tipp hat aktuelle Labortests nach Naturkosmetika durchforstet, die wegen heikler Inhaltsstoffe negativ aufgefallen sind. Die Labors wiesen darin unter anderem nach:

  • Duftstoffe mit hohem Allergiepotenzial,
  • UV-Filter, die den Hormonhaushalt beeinträchtigen können,
  • Formaldehyd, das im Verdacht steht, Krebs auszulösen.

Hier die bemängelten Hersteller und ihre Produkte:

  • Body Shop: Die Konsumentenzeitschrift «Saldo» fand in der Vitamine E Nourishing Nachtcreme von Body Shop Formaldehyd. Die Firma wirbt mit «inspired by nature», sieht sich aber nicht als «reines Naturkosmetikunternehmen». Body Shop fand bei eigenen Tests kein Formaldehyd.
  • Yves Rocher: Im Nagellack Couleurs Nature von Yves Rocher («die Pflanzen-Kosmetik») wies die deutsche Konsumentenzeitschrift «Öko-Test» bedenkliche UV-Filter nach – und im Lippenstift Couleurs Nature Creme den Stoff Tartrazin, der Juckreiz auslösen kann. Dazu Yves Rocher: «Die Produkte basieren auf Pflanzen-extrakten.» Die Rezeptur wurde aufgrund der Testresultate nicht verändert.   
  • Kamill: Auch in der Face Intensivpflege gegen Falten mit Soja-Proteinen von Kamill («aus den Kräften der Natur») entdeckte «Öko-Test» heikle UV-Filter. Die Creme ist unverändert im Verkauf.
  • Rausch: Herbal Hairspray starker Halt von Rausch («herbal cosmetics») wurde von «Öko-Test» wegen mehrerer Stoffe kritisiert. Bei Rausch betont man, dass es noch keine Meldungen wegen Unverträglichkeit gegeben habe.
  • Biokosma: «Swiss Natural Cosmetics» steht auf jeder Biokosma-Verpackung. «Saldo» fand im Badezusatz «Bamboo White Lily» und in der «Basic schützende Tagescreme» dennoch umstrittene Substanzen. Immerhin: Biokosma will die Produkte überarbeiten.
  • Annemarie Börlind: Die Firma Annemarie Börlind («natural beauty») setzt bei Lippenstiften auf synthetische Farbpigmente, da man auch «modische Farben anbieten» will. In einem Lippenstift fand «Öko-Test» Tartrazin.
  • Lavera: Die Produkte von Lavera gehören bei «Öko-Test» regelmässig zu den Testsiegern. Im Haarspray Hair Volumen und Glanz fanden die Tester jedoch mehrere heikle Stoffe. Der Haarspray wurde vom Markt genommen. Lavera produziert nach dem strengen deutschen Naturkosmetik-Label BDIH. Aber: Bei einigen Shampoos verzichtet Lavera darauf – «zugunsten der Wirksamkeit».
  • Santé: In Nail Care fand «Öko-Test» krebsverdächtige Weichmacher. Auch Santé produziert nach dem BDIH- Label. Und auch Santé macht Ausnahmen: bei Nagellacken und Haarspülungen. Santé: «Leider ist es bislang nicht möglich, Nagellacke in naturkosmetischer Qualität herzustellen.»

21. November 2009 | Beat Camenzind, Redaktion Online


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Formaldehyd statt Natur
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Kommentare (1)

 
  • Doris22 | 30.11.2009, 13:08

    Sind Lush Produkte das was sie versprechen?

    Mich würde dazu interessieren wie die Produkte von Lush bewertet
    würden. Lush soll 100% Natur sein, nur mit biologischen Produkten
    hergestellt, für Vegetarier, sowie auch für Veganer geeignet
    und ohne das umstrittene Palmoel.
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