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Artikel | K-Tipp 19/2009

Nur einer überzeugte

Geschmacklich guter Lachs muss nicht teuer sein. Das zeigt eine Degustation mit fünf Experten. Am schlechtesten bewertet wurde das Produkt von Mövenpick.

Lachs ist längst kein Luxusprodukt mehr. Dank der massenhaften Zucht des fleischigen Fisches ist ein Kilo geräucherter Lachs zum Beispiel in der Migros bereits ab 26 Franken erhältlich. Letztes Jahr wurden knapp 3000 Tonnen verkauft. Dieses Jahr sollen es 4000 Tonnen werden, prognostizieren die Grossverteiler.

Die Konsumentensendung «A bon Entendeur» liess zehn tranchierte und abgepackte Rauchlachse von fünf Experten bewerten: Alain Schmid, Fischer auf dem Genfersee, Ernähungsspezialistin Evelyne Orast, Wirt Guillaume Trouillot sowie Gastrojournalist Jêrome Estèbe und Fischimporteur Dominic Lucas beurteilten den Geruch, die Farbe, die Konsistenz und den Geschmack der Proben. Sieger ist der Zuchtlachs «Label rouge de Mer» aus dem Genfer Spezialgeschäft Gastromer.  Er erhielt als Einziger die Note gut. Mit 55 Franken pro Kilogramm ist er einer der günstigsten im Test. Er wurde als harmonisch in Geschmack und Aussehen beurteilt.

Genügend schnitten fünf Produkte ab. Auffallend: Der Migros-Lachs für 26 Franken pro Kilo erhielt die gleiche Note wie der Bio-Rauchlachs von Globus, der mit 165 Franken rund sechsmal so teuer ist. Alle fünf überzeugten mit einem ansprechenden Geschmack und einem nicht zu aufdringlichen Rauchgeruch. Als ungenügend beurteilten die Tester die beiden Edelprodukte von Migros (Selection) und Coop (Fine Food) sowie das Produkt von Aldi. Kommentar zum Coop-Wildlachs: «Er schmeckt nach Forelle und nicht nach Lachs.» Der Aldi-Wildlachs wurde aufgrund seiner teigigen Struktur und des starken Räuchergeschmacks abgewertet.

Am wenigsten gemundet hat der Alaska-Wildlachs von Mövenpick. Alain Schmid: «Ich hatte den Eindruck, ich esse einen Schwamm. Zudem war ich überrascht von der grossen Menge an Gräten.» Mövenpick betont, Lachse seien Wildtiere, weshalb es beim Geschmack und bei der Textur Unterschiede geben könne. Bezüglich Entgrätung würden derzeit Massnahmen geprüft. Coop weist darauf hin, dass atlantischer und pazifischer Lachs nicht miteinander vergleichbar sind.

08. November 2009 | Ursula Gabathuler, Daniel Jaggi


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