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Die GE Money Bank schickt Rechnungen per Schneckenpost. Die Folge: Kunden zahlen Verzugszinsen und Mahngebühren für Rechnungen, die sie noch gar nicht erhalten haben.
Marcel Perrig (Name geändert) wunderte sich, als er Anfang Oktober den Saldo seines Bankkontos kontrollierte: Die GE Money Bank hatte ihm via Lastschriftverfahren (LSV) über Fr. 600.– abgebucht. Dabei hatte er noch gar keine Rechnung erhalten. Und das kam so: Perrig besitzt eine M-Budget-Kreditkarte. Damit hatte er in seinen Herbstferien ein paar Mal bezahlt. Kreditkartenherausgeberin GE Money Bank hatte die Rechnung mit 28. September datiert. Bei Perrig traf sie erst am 6. Oktober ein. Und da war der Betrag schon abgebucht.
Zu wenig Geld auf dem Konto? Das kostet
Perrig hatte noch Glück: Auf seinem Konto lag genügend Geld. Andernfalls hätte die GE Money Bank das Geld nicht abbuchen können. Und dafür hätte sie den Kunden mit einer Gebühr von Fr. 20.– bestraft und Verzugszinsen verlangt. Der Grund für den schleppenden Rechnungsversand: Die GE Money Bank hat im Laufe des Jahres auf Schneckenpost umgestellt – oder B2-Post, wie sie offiziell heisst. Der Versand ist günstiger als mit normaler B-Post. Aber er dauert sechs Werktage. Die Bank macht die LSV-Abbuchung aber nicht erst nach sechs Werktagen, sondern nach sechs Tagen. So kommt es, dass das Geld weg ist, bevor der Kreditkarten-Besitzer die Rechnung erhält.
Die GE Money Bank sieht darin kein Problem: Der Kunde könne das Datum der Kreditkartenabrechnung ändern lassen, sagt Sprecherin Ute Dehn. Dann erfolge die Abbuchung künftig zu einem Zeitpunkt, an dem genügend Geld auf dem Konto liege. Laut Dehn hat die Bank auf B2-Versand umgestellt, «um die Kosten im Interesse der Konsumenten gering zu halten und attraktive Konditionen anbieten zu können».
Die Konsumenten sind offenbar nicht begeistert, wie die Zuschriften an den K-Tipp zeigen. Auch Kreditkarten-Besitzer, die nicht via LSV zahlen, beklagen sich. Denn eigentlich gilt bei der GE Money Bank eine Zahlungsfrist von 20 Tagen. Doch wenn die Rechnung erst sechs Werktage, nachdem sie ausgestellt worden ist, eintrifft, heisst das: 8 von 20 Tagen sind bereits vorbei. Kommt hinzu, dass das Geld nach 20 Tagen bei der Bank eingetroffen sein muss. Fazit: Die tatsächliche Zahlungsfrist beträgt keine 10 Tage.
Kartenherausgeber rechnen anders
Wird die Frist nicht eingehalten, wendet die GE Money Bank – wie viele andere Kreditkarten-Herausgeber – eine spezielle Berechnungsmethode an. Der Verzugszins beginnt nämlich nicht nach Ablauf der Zahlungsfrist zu laufen, sondern bereits ab dem Buchungsdatum für den Einkauf. Mit Folgen. Beispiel:
Max Müller kauft am 19. August mit seiner Kreditkarte für Fr. 1000.– ein.
Fachleute kritisieren diese Praxis immer wieder als «illegal». Vergeblich.
Tipps: Das gilt bei Zahlungsfristen
08. November 2009 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp
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