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Artikel | K-Tipp 19/2009

Teures «Gratis-Update» auf das neue Windows 7

Wer im Sommer einen PC mit Windows Vista kaufte, erhielt einen Gutschein für den Gratis-Nachbezug von Windows 7. Nur: Das Laden des neuen Betriebssystems kostet nun je nach Computer-Hersteller bis zu 60 Franken.

Windows 7 ist teuer: Das neue Betriebssystem von Microsoft kostet mindestens 310 Franken – je nach Version. Hat man auf seinem PC das ältere Windows XP oder Vista installiert, kann man für rund 190 Franken weniger teuer umsteigen. Da ein neuer Komplett-PC mit Windows 7 bereits für unter 600 Franken zu haben ist, lohnt sich die Aktualisierung (Update) kaum. Dies war bereits im Sommer bekannt, als Windows 7 angekündigt wurde. Um zu verhindern, dass die Konsumenten warten, bis neue PCs mit Windows 7 erhältlich sind, versprachen Microsoft und PC-Hersteller ein GratisUpdate. Alle ab 26. Juni verkauften Rechner mit Windows Vista wurden deshalb mit einem entsprechenden Gutschein ergänzt.

Beim Einlösen dieser Gutscheine erleben Kunden nun eine unangenehme Überraschung. Das Prozedere ist nicht nur kompliziert, sondern teils auch teuer. Wer etwa einen PC von Fujitsu hat, zahlt fürs «kostenlose Update»  Fr. 37.40. Dies seien Kosten für «Auftragsbearbeitung und Medienerstellung». Für den Versand will Fujitsu weitere Fr. 22.50. Bei anderen Herstellern ist das «Gratis-Update» zwar günstiger (siehe Tabelle im pdf-Artikel), aber genauso umständlich. Der Kunde kann nicht einfach mit dem Gutschein in den Laden und eine CD mit Windows 7 holen: Er muss auf der Internetseite persönliche Daten preisgeben, Gebühren zahlen und bis zu sechs Wochen auf sein Windows 7 warten.


Hersteller gibt den Schwarzen Peter weiter

An den teils hohen Kosten will niemand schuld sein. «Microsoft erhält keine Lizenzgebühren», versichert Rolf Stirnemann von Microsoft Schweiz. Auch bei PC-Herstellerin Fujitsu heisst es, man verdiene nichts: «Die Abwicklung des Updates wird durch die Buhl Replication Service GmbH durchgeführt.» Günstiger ist der Schweizer Hersteller Littlebit bei seinen Axxiv-Computern. Beim Kauf  werden Fr. 19.– fürs Update kassiert. Der Käufer bekommt automatisch einen Internetcode, den er zusammen mit vielen persönlichen Daten auf einer Internetseite eingeben muss. Erst dann erhält er die Windows-7-CD.

Gleiches gilt für Steg-Computer: Dort können Berechtigte für 20 Franken in den Filialen oder per Versand einen solchen Internetcode beziehen. Als einziger bekannter Hersteller liefert Digitec das Update kostenlos. Bei den grossen Herstellern von Acer bis Toshiba muss der Kunde das Update via Internet bestellen und bezahlen. Besonders stossend: Die Gesamtkosten erfährt er meist erst am Schluss.

Wem das alles zu kompliziert oder zu teuer ist, der hat eine relativ günsge Alternative:  Ab Fr. 117.– kommt man legal zu Windows 7 Home Premium OEM. Die OEM-Pakete sind für PC-Hersteller gedacht, werden in der Schweiz aber legal durch Microspot.ch und Digitec.ch auch an Private verkauft. OEM-Pakete haben den gleichen Umfang wie Vollversionen. Sie können also auch auf einem Rechner installiert werden, auf dem kein oder ein zu altes Windows vorhanden ist. Statt Fr. 310.– zahlt man so für Windows 7 Home Premium nur gut einen Drittel. Dafür muss man allerdings auf den Installations-Support durch Microsoft verzichten.

Dass man Kunden günstiger und vor allem einfacher mit neuen Betriebssystemen versorgen kann, zeigt Apple: Wer nach dem 17. Juni einen Mac gekauft hat, kann für Fr. 13.– auf das neue Snow-Leopard updaten. Für Besitzer der rund zwei Jahre alten Vorgängerversion Leopard kostet das Upgrade Fr. 39.–.


Die wichtigsten Neuerungen bei Windows 7

Viele bezeichnen Windows 7 als «gereiftes Vista». Es geht mit Rechenleistung und Arbeitsspeicher sparsamer um und nervt den Anwender nicht ständig mit Warnmeldungen. Windows 7 hat aber auch neue Fähigkeiten.

  • Schattenkopien: Windows 7 erstellt täglich eine Sicherheitskopie von veränderten Benutzerdateien. Hat man also am Montagmorgen ein wichtiges Dokument verschlimmbessert und so gespeichert, kann man zum Beispiel die Version vom vergangenen Freitag  öffnen. Solche Kopien findet man im Dateimanager mit rechtem Mausklick auf die Datei und dem Befehl «Vorgängerversion wiederherstellen».
  • Komplettsicherung: Windows 7 kann ein Systemabbild auf externen Festplatten erstellen. Damit lässt sich auch bei komplett zerstörtem PC der letzte Zustand rekonstruieren.
  • Bibliotheken: Bisher konnte man unter Windows die Dateien nur geordnet ablegen, indem man sie in einem gemeinsamen Ordner speicherte. Neu kann man stattdessen Bibliotheken anlegen, in denen Dateien unabhängig vom Speicherort zusammengefasst sind. So vereinigt die Bibliothek «Fotos» alle Bilder, egal, ob sie auf der Festplatte, Speicherkärtchen oder Netzwerklaufwerken abgelegt sind. Bibliotheken benötigen kaum Speicherplatz, weil in ihnen nur Verweise auf die Originaldateien abgelegt sind. Man kann sie beliebig anlegen und mit einfachem Maus-Rechtsklick jeden Ordner und jede Datei in eine Bibliothek aufnehmen.
  • Heimnetzgruppe: Wollte man bisher mehrere PCs zu einem Netzwerk zusammenfassen, damit sie untereinander Daten und Geräte teilen können, war dies kompliziert. Unter Windows 7 gibt es eine Heimnetzgruppe, deren Rechner sich Daten automatisch teilen. Es genügt, an einem Windows-7-PC einen geheimen Code einzutippen, damit er am Netzwerk teilhaben kann.

 
Das fehlt bei Windows 7:

  • Microsoft hat bei Windows 7 auch Funktionen weggespart. So fehlt das Programm zum Verwalten von E-Mails (Outlook Express oder Windows Mail). Es muss nachträglich aus dem Internet bezogen werden. Besser und ebenfalls kostenlos ist das Mailprogramm Thunderbird.
  • Auch Fotogalerie, Movie Maker und der Messenger müssen bei Windows 7 zuerst aus dem Internet heruntergeladen werden.

08. November 2009 | Kurt Haupt


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Kommentare (3)

 
  • slaveofsy | 17.11.2009, 15:19

    Kommunikationsprobleme

    Einige kleine Händler und solche, die es besser geblieben
    wären, kommunizieren ein Gratis-Upgrade von Windows 7. Das aber
    in der ursprünglichen Kommunikation seitens der Hersteller ganz
    klar auf Logistik- und Handling-Charges hingewiesen wurde,
    interessiert mittlerweile niemanden mehr. Auch das in jedem Fall diese
    Beträge seitens der Hersteller gefordert werden, ist wohl noch
    nicht zu den Händlern durchgedrungen, die das Upgrade gratis
    anbieten. Ich finde es bedenklich, wenn aus dem Fehlverhalten von
    Wenigen eine Pauschalisierung vorgenommen wird.
  • bjorns | 15.11.2009, 20:44

    Win7 Upgrade bei Dell

    Bei Dell kostet das Upgrade inkl. Versand und MwSt. CHF 25.--

    Das von mir gekaufte System (XPS 435) konnte jedoch auch nach dem
    Erscheinungsdatum von Win7 nur mit Vista gekauft werden. Also musste
    ich den "Umweg" über das Upgrade-Programm machen.
    Die Upgrade-Website wies jedoch dann den PC fälschlicherweise als
    nicht upgrade-berechtigt aus, worauf ich das Kontaktformular benutzte.
    Auf eine Antwort musste ich dann 12 Tage lang warten und diese lautete
    dann lapidar: Wenn Sie Fragen zum Thema Service Tag haben, oder wenn
    Sie Informationen brauchen, ob Ihr System die Bedingungen für
    Dell™ | Windows® 7 Option Upgrade erfüllt, wenden Sie sich,
    bitte, an: http://www.dell.com/contactdell
    Erst nach der zweiten Anfrage wurde dann mein PC zum Upgrade
    freigeschaltet.
    Da ich jedoch eben fast 2 Wochen lang auf eine Antwort warten musste,
    habe ich mir in der Zwischenzeit eine OEM-Version gekauft.
  • GaRoMeSi | 11.11.2009, 18:28

    FPP oder OEM / Windows Live Suite

    Windows 7 Home Premium in der Vollversion und Retail-Verpackung (32bit
    UND 64bit Version) gibt es bereits ab ca. CHF 220. Günstiger als
    die "Full Package Product" Version (FPP) ist die
    erwähnte OEM Version, die ebenfalls als Vollversion aber ca. CHF
    100 günstiger angeboten wird (bei fast allen Re- und E-Tailer).
    Hier muss sich der Kunde aber entscheiden, ob er die 32bit ODER die
    64bit Version kaufen möchte. Die Windows Live Suite muss zwar wie
    erwähnt separat herunter geladen werden, ein Blick ins Web lohnt
    sich aber allemal: Die Versionen werden laufend angepasst und die Live
    Suite besteht aus diversen hilfreichen Programmen, die dem
    Privatanwender viel Spass bereiten können!!
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