Artikel | K-Tipp 18/2009
Online-Geschäfte drücken die Preise
Ein Preisvergleich zeigt: Fitnessgeräte für zu Hause gibt es in Online-Shops zu den besten Preisen. Bei den grossen Sportketten sind die Preisunterschiede oft klein.
Ob Crosstrainer, Ergometer, Hometrainer oder Laufband: Gute Fitnessgeräte für den Privatgebrauch zu Hause kosten schnell einmal über 1000 Franken. Mit diesem Geld könnte man sich auch das Jahresabo für ein Fitnesscenter leisten. Doch das eine schliesst das andere nicht aus. Viele Fitnessbewusste möchten zusätzlich auf dem eigenen Gerät zu Hause trainieren. Jährlich geben die Schweizer für mehr als 100 Millionen Franken aus für die stets ausgeklügelteren, zumeist mit Trainingscomputern ausgestatteten Maschinen.
Den Markt beherrscht der deutsche Hersteller Kettler. Das zeigt sich deutlich in den Läden, wo kaum ein Weg an dieser Marke vorbeiführt. Deutlich wird dies zudem auch im K-Tipp-Preisvergleich: 8 der 13 beigezogenen Geräte stammen von Kettler. Alternative Geräte von anderen Herstellern – etwa Reebok, Horizon, DKN oder MFT – fanden sich fast immer nur bei einem einzelnen Verkäufer. Andere Marken wiederum – zum Beispiel Lifefitness – bewegen sich in einer höheren Preiskategorie. Ihre Maschinen sind eindeutig auf Fitnesscenter als Abnehmer ausgerichtet, entsprechend robuster sind sie gebaut.
Laut Urs Küttel, Leiter des Fachgeschäftes Von Moos Sport in Luzern, sollten Fitnessgeräten für den Privatgebrauch 10 bis 20 Jahre halten – je nach Nutzungsintensität und Gewicht der Person, die darauf trainiert. Für den Preisvergleich hat der K-Tipp die drei grössten Sportketten Athleticum, Migros SportXX und Ochsner Sport sowie den Fachhändler Von Moos aufgesucht. Zudem wurde im Internet nach dem jeweils günstigsten Anbieter gefahndet. Wichtig: Was im Handel unter exakt gleicher Bezeichnung angeboten wird, kann im Design, so etwa in der Farbe oder in der Dicke der Handgriffe, allenfalls leicht verschieden sein. Betreffend Funktionalität gibt es jedoch keine Unterschiede.
Die wichtigsten Ergebnisse des Preisvergleichs:
- Oft geringe Preisspanne: Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern – abgesehen von den Internet-Shops – sind bei vielen Geräten gering. Der Grund: Kettler hat in der Schweiz einen Generalimporteur, die Trisport AG in Hünenberg ZG. Von ihr beziehen Athleticum, Ochsner, die Migros und Von Moos die Geräte. Zwar unterbieten alle die vom Generalimporteur «empfohlenen» Verkaufspreise, aber eben nur gering. Zudem schauen sie einander offensichtlich genau auf die Finger.
- Vergleichen lohnt sich trotzdem: Bei einigen Geräten lässt sich dennoch viel Geld sparen. So war zum Beispiel das Laufband Horizon Omega S am Stichtag der Preiserhebung bei Ochsner Sport für Fr. 1499.– erhältlich. Es kostete damit zwar nur Fr. 23.– weniger als im Internet, aber war satte Fr. 750.– günstiger als bei Athleticum.
- Die teuersten Läden: In sieben Fällen war Athleticum am teuersten, in sechs Migros SportXX und Ochsner Sport – teils mit den exakt gleichen Höchstpreisen. Überraschenderweise waren also im Ladenverkauf nicht etwa die grossen Sportfilialketten am günstigsten, sondern fast immer das Luzerner Fachgeschäft Von Moos. Es ist laut eigenen Angaben einer der grössten Verkäufer von Fitnessgeräten für den Privatgebrauch.
- Internet-Shops klar am günstigsten: Wenn der Preiskampf in den Ladengeschäften eher eine lahme Sache ist, bietet sich dafür der Internet-Verkaufskanal als umso interessantere Alternative an. Die Online-Shops machten ihrem Ruf als Preisbrecher alle Ehre. Sie sind – bis auf eine einzige Ausnahme – stets am günstigsten. Der Preisunterschied macht zum Beispiel beim Laufband Reebok i-run rund 40 Prozent oder Fr. 557.– aus.
- Erfreulich ist auch: Ab einem Bestellungswert von Fr. 500.– liefern die aufgeführten Online-Shops die Geräte versandkostenfrei nach Hause. Zudem können sie auch direkt in den Läden abgeholt werden: bei Powershop.ch in Zofingen AG, bei Achermannsport.ch in Stans NW und bei Primal.ch in Bettlach SO.
26. Oktober 2009 | Pirmin Schilliger
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