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Wer bei seiner Krankenkasse bleiben will, kann viel Geld sparen, indem er zu einer billigeren Tochtergesellschaft seiner Kasse übertritt. Abstriche beim Service sind nicht zu befürchten.
Die Helsana hat insgesamt fünf Tochtergesellschaften, Maxi.ch heisst die jüngste. Sie bietet ihre Dienste ab 2010 an. Die Groupe Mutuel hat 14 Töchter, die CSS vier, Visana und Sanitas je zwei. In jedem Fall haben die Töchter stets die attraktiveren Prämien als die Mutter. Das zeigen Stichproben mit Hilfe des neuen unabhängigen Prämienrechners von saldo (siehe unten).
Drei Beispiele:
Berücksichtigt wurden bei den Beispielen die Prämien für das Jahr 2010 in der Grundversicherung ohne Sparmodelle mit einem Selbstbehalt von 300 Franken.
Verzicht auf freie Arztwahl bringt weitere Prämienersparnis
Wer will, kann seine Prämie noch weiter reduzieren, indem er eine höhere Franchise oder ein Sparmodell der Tochterkasse wählt: So zahlt die 47-jährige Baslerin im Avanex-Hausarztmodell 22 Prozent weniger als im Helsana-Hausarztmodell und sogar 37,5 Prozent weniger als im Standardmodell der Helsana. Wohlgemerkt: Alles sind Helsana-Kassen. Beim Hausarztmodell verzichtet die Kundin auf die freie Arztwahl: Sie muss aus der Liste der Kasse einen Hausarzt wählen und sich verpflichten – ausser im Notfall – immer zuerst ihn zu konsultieren. Wer seinen Selbstkostenanteil erhöht, kann bis zu weiteren 30 Prozent sparen.
Der Übertritt zur billigeren Tochtergesellschaft eignet sich für alle, die mit ihrem bisherigen Krankenversicherer zufrieden sind oder Grund- und Zusatzversicherungen bei einer einzigen Kasse behalten wollen. Wechselt der Versicherte nun im Konzern die Kasse, läuft seine Zusatzversicherung meist ohne neue Gesundheitsprüfung oder sonstigen Aufwand weiter. Wer intern übertritt, muss auch keine Abstriche beim Service befürchten. So hat eine 32-jährige Zürcherin ihren Wechsel vor drei Jahren von Helsana-Tochter Sansan zur billigeren Avanex nie bereut: «Beide Kassen bieten genau das Gleiche.» Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Kassen ohnehin identisch. Zudem lassen die meisten Grosskassen alle Mitglieder vom gleichen Kundendienst und der gleichen Schadenabteilung betreuen. «Der Service ist für alle derselbe», bestätigt Visana-Sprecher Christian Beusch.
«Helsana & Co. kleben auf den gleichen Inhalt stets neue Etiketten»
Wechsler müssen höchstens auf gewisse Extras verzichten: Bei der Sana 24 erhält man keine Wellness-Gutscheine im Wert von 300 Franken, wie ihn die Versicherten der Visana jedes Jahr erhalten. Bei Auxilia und Arcosana können bisherige CSS-Versicherte keine Kinderrabatte bei Zusatzversicherungen einstreichen. Wer einer Helsana-Tochter beitritt, muss auf medizinische Telefonberatung und das Kundenmagazin verzichten, die den Kunden von Helsana und Progrès vorbehalten bleiben. Unterm Strich lässt sich der Verlust dieser Vorteile verschmerzen: Ihr Geldwert ist kleiner als die Prämienersparnis, die einem bei der Kassentochter winkt.
Für den Krankenkassenexperten des VZ-Vermögenszentrums, Stefan Thurnherr, ist die Sache daher klar: «Helsana & Co. kleben auf den gleichen Inhalt stets neue Etiketten auf.» Die alten, grossen Kassen wollen durch günstige Prämien ihrer Töchter jüngere und gesündere Versicherte gewinnen. Davon können auch die Versicherten profitieren, die bei ihrer alten Kasse bleiben wollen: «Der Wechsel zu einer günstigeren Tochter bringt nur Vorteile,» sagt Experte Thurnherr.
Info: Auf www.saldo.ch können Sie die Prämien aller Krankenkassen und aller Versicherungsmodelle der Grundversicherung für 2010 vergleichen. Der Prämienrechner ist kostenlos – auch für die Kassen.
19. Oktober 2009 | Eric Breitinger, Redaktion saldo
